Samstag, 4. April 2009

Pure Sounds in The Park

Heute Mittag wollte endlich mal los zum Stiefel kaufen, damit ich nicht in Flippies durch den Kakadu-Nationalpark latschen muss. Wie sich herausstellte, war der einzige Outdoor-Laden in der Stadt um 13 Uhr natuerlich gerade im Begriff zu schliessen. Die Verkaeuferin nannte mir ein anderes Einkaufszentrum im Norden des Speckguertels und ich machte mich auf den Weg.



Nach zwei Kilometern bemerkte ich ziemlich viele, chaotisch geparkte Autos im Darwin Botanical Garden, vergleichbar mit der Verkehrssituation am Stadtpark wenn die Sonne scheint. Ein kurzer Blick auf die Menschen liess erkennen, dass sich ein Elektro/Techno-Festival anbahnte. Fein!

Da es erst so gegen vier war, bin ich nochmal weiter gebraust um im Einkaufszentrum auch nichts zu finden. Anschliessend stand ich dann 'ne knappe Stunde in der Schlange, bis ich gruendlich gefilzt dem drug-free event beiwohnen durfte.





Musikalisch wars nicht so ganz mein Fall, weil's etwas zu weit in die Scooter-Ecke ging. Wasser gabs kostenlos, aber an booze war nur ziemlich schwer zu kommen, denn es gab genau EIN Zelt, an dem verkauft wurde - und die Schlange war noch schlimmer als beim Einlass. Aber ich bin ja hier um Menschen zu treffen, und wo geht das leichter als in einer Warteschlange?!



Statt mit den besoffenen Jungs vor mir hab' ich meine Aufmerksamkeit auf Tanja fokussiert. Australierin, 27, Karriere zur Profitennisspielerin mit 15 abgebrochen, weil ihr Vater kein Geld mehr fuer den Trainer hatte ("my only regret in life"). Jetzt arbeitet sie beim lokalen Radio-Sender (100.1 MHz) und verkauft Werbe-Sendezeit. Aha, gibt hier also noch andere ueber 20, beruhigend...



Als wir dem Tresen langsam naeher kamen las ich ein Schild, dass man maximal 4 Dosen kaufen konnte - was alle taten, denn niemand wollte noch einmal anstehen. Problem war nur, dass alle Dosen IMMER sofort vom Tresenpersonal geoeffnet wurden. Was soll das denn, wie soll ich denn mit 4 offenen Dosen aufm Festival rumhuepfen? Ich dann so "Ey Thekenamazone, gib' mal drei Cola-Jim-Beam auf Taesch!", sie dann so "24 Dollar, naeh!". Als ich bei der schwer ueberarbeiteten Dame hoeflich nachfragte, ob ich sie ueberzeugen koenne, die Dosen nicht zu oeffnen, gab sie zu Bedenken, dass sie dadurch ihren Job verlieren koennte. Der Grund dafuer sei - ich zitiere "Law. Bullshit."



Tatsaechlich ist es echt schwerst bescheuert, riesige Drink-Responsibly-Schilder, Sanitaeter-Zelte und Drogenberater zu bemuehen und gleichzeitig die Leute praktisch zu zwingen, ihre 4*0.375l Schnaps sofort auszutrinken.



Aber wer bin ich, mich entgegen oertlicher Gepflogenheiten zu verhalten. Obwohl man 4 Dosen tatsaechlich ziemlich gut halten kann, empfand ich es der Muehe nicht wert - rein damit und los. Die Musik wurde gefuehlt besser, und irgendwann brachte ich meine Kamera ins Auto, weil vorne permanent jemand mit einem Wasserschlauch ueber der Menge rumhantierte. Ab dann wars lustig im Schlamm rumhampeln und mit Unbekannten Belanglosigkeiten austauschen. Also, rein verbale :)



Das schon um Mitternacht Schluss war, war irgendwie auch voellig in Ordnung. Hab meine Klamotten ausgewrungen und zum Trocknen aufgehaengt und gepennt. Alle 10 Minuten hat irgendein Besoffener meine Karre angerempelt, aber zum Umparken war ich ein wenig zu betrunken. Naja, ich schlaf' ja immer schnell wieder ein, naechstes Mal parke ich schlauer.



Toll finde ist es immer, wenn ich in solche Veranstaltungen zufaellig reinrenne. Hatte um 3 noch keinen blassen Schimmer, dass ich von 6 bis 12 in nassen Klamotten mit Schulkindern tanze.

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