Also warte ich und fotografiere mich selbst. Mach ich immer, wenns richtig langweilig ist - nur diesmal ist lustiges Licht dabei. Und weil der Typ nicht aufhoert, beobachte ich Kakerlaken, fuelle meine Wasserkanister auf und glotz die Sterne an.
Ploetzlich haelt ein Auto, das dem Zureck-in-die-Zukunft-Teil gar nicht unaehnlich sieht. Und zwei huebsche junge Damen stehen hinterm Kofferraum. Ich teile den Raum in Planquadrate ein und lege mir blitzschnell eine todsichere Strategie zurecht, sie ins Gespraech zu verwickeln. "HeyHowYaDoin?!"
"Hi!" kontert die eine, ohne dabei ihren deutschen Akzent vollstaendig verstecken zu koennen. Man spicht also auf Deutsch und erfaehrt, dass die beiden aus Muenchen kommen und gewoehnlich hinten im Auto schlafen. Danielle hat gerade 40 Tage nichts Suesses gegessen (weil Jesus das 40 Tage lang in der Wueste auch nicht gemacht hat). Wusste ich zwar nicht, aber das finde ich schon beeindruckend, schlieslich wuerde ich nach zwei Tagen ohne Kaffee kapitulieren. Man schenkt mir Ostereier und Schokoriegel, die ihre Reise durch die Steppe nicht ganz spurlos ueberstanden haben.
Wir spassen also gemeinsam rum, tauschen 15-W40 (deren Auto hat schon 450tkm runter, wie mutig!), Namen, Reiseplaene und -erfahrungen aus, da macht mir Danielle ein Kompliment. Und weil ich das gerne schriftlich haette, schreibt sie mir einen Brief. Wie nett von ihr, das hat mich gefreut.
Weil ich von meinem Unfall berichte, empfiehlt man mir den deutschen Automechaniker Peter in Coober Pedy. Die beiden Maedels hatten ihn gefunden und sich seines Zornes ausgesetzt, weil sie seine Heimatstadt Ploen nicht auf der Karte einzuordnen wussten. Als Wegbeschreibung gibt man mir "da so irgendwo hinterm Kreisverkehr eher rechts, weiss ich auch nicht" mit. Wicked, den nehm' ich!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen