Dienstag, 30. Dezember 2008

Nigel Holland

Auf dem Weg nach Wellington fuhren wir an einem jungen Mann vorbei, der ein Schild mit der Aufschrift "Palmy North" hielt. Da wollte er wohl hin. Es regnete.



Marie war erst nicht so ganz wohl zumute, 300m spaeter hatte ich sie dann aber ueberredet, den Herrn zumindest mal anzusehen. Also drehte ich um, hielt an und stieg aus.

Er kam auf mich zu, laechelte und machte ganz komische Gerausche. Ich sah ihn etwas schraeg an, den anstatt Worte war eher eine Art Grunzen zu hoeren. Dann legte er das Schild hin, zeigte auf seine Ohren und gab mir zu verstehen, dass er taub ist. Oh.

Naja, macht ja nichts. Also hab ich sein Schild und seine Jacke verstaut, waehrend er sich neben Marie setzte. Ich sagte ihr, dass er nichts hoeren kann, dann fuhren wir los. Marie sagte erstmal garnichts, er tippte eine SMS auf seinem Telefon. Dann daemmerte es mir, dass er wohl uns etwas schreibt. Tat er auch; er heist Nigel, lebt mit seiner Ferundin in Auckland und besucht jetzt seine Mama in Palmerston North. Und er hat einen Sonnenbrand.

Als wir den Text lasen, beugte er ich nach vorne, zog hinten seine Hose etwas runter und zeigte uns seine ziemlich rote Klempnerspalte. Aha, ok.



Marie fing an, wie damals in der 6. Stunde einen schriftlichen Dialog zu fuehren, ich fuhr. Die beiden quatschten ganz nett, er zeigte ihr ein paar Handgriffe, aehh, Handsprache (wie heisst das?). Dann sollten wir seinen Nachnamen raten, der dem eines Landes entsprach.



Als wir eine kurze Pause bei McD machten und wir beide auf Marie warteten, krachte ein Auto auf der Kreuzung in ein anderes. Ich sprang ueber die Hecke, um mir ein Bild zu machen, waehrend Nigel mir voellig entgeistert hinterher guckte. Hatte er ja nicht gehoert.

Ich fragte, ob er Geschrei oder laute Dinge hoeren kann - nur Vibrationen. Lippen lesen? Ein wenig. Spaeter fragte ich ihn, was er denn eigentlich macht. Erdbeeren pfluecken! Dann zeigte er wieder auf seinen roten Arsch und wir lachten.

Anschliessend fuhren wir weiter und lieferten ihn im Sueden von Palmerston North ab. Wieder ein netter Mensch.

Peter, Du faehrst im falschen Gang!

Kurz nach Napier wurde es schwierig, die Gaenge zu wechseln. Erst ging es immer schwieriger, dann gab es schoene viele-Gruesse-vom-Getriebe-Gerausche. Das AUto war schon immer etwas besonders, aber gestern Abend dachte ich, nun stirbt es langsam, und beim Getriebe faengts an.



Heute morgen ging es dann erst wieder und ich wechselte in einen Zustand verhaltenen Optimimusses. Dauerte bloss leider nur ein paar Stunden, bis das Problem wieder auftrat.

%@#*&^@%#(*!

Eigentlich wollten wir ueber Mount Egmont/Taranaki nach Wellington fahren. Den Berg haben wir aber ausgelassen, weils schon den zweiten Tag durchregnete und man eh nur ein paar hundert Meter weit gucken konnte. Also sind wir nach Sueden Richtung Wellington gefahren.

Das Wetter wurde ploetzlich wieder toll, die Kupplung indes ging steil bergab. In Palmerston North konnte ich nicht einmal mehr den ersten Gang einlegen. Es sei denn, man stellt den Motor aus, legt dann den 1. Gang ein und startet dann mit getretener Kupplung. Hochschalten geht dann, runterschalten nicht. Und auch wenn man die Kupplung durchtritt, bewegt sich das Auto. An der Ampel also entweder Motor aus oder Kupplung treten UND bremsen.



Auf dem NewWorld-Parkplatz merkte ich, dass der Aussenschlauch des Kupplungsseilzugs aus der Fuehrung gesprungen war, aber das reichte als Erklaerung nicht ganz aus. Da ich allerdings nichtmal das selbst beheben konnte, fragte ich in der Werkstatt gegenueber: "Keine Zeit, wir sind uebergebucht, wir sind eh fast die einzigen, die zwischen Weihnachten und Neujahr geoeffnet haben, frag mal eine Strasse weiter!".

Die naechste Werkstatt hatte geschlossen, aber ein Radiator-Repair-Shop hatte geoeffnet. Der hat mich dann an eine andere Werkstatt verweisen. Dort konnte mir Scott dann endlich helfen: Ich brauche eine neue Kupplung, "'cause it doesn't disengage!". Das Teil kostet 170$, insgesamt 400$. Fruehestens Montag.



Also sind wir weiter nach Wellington gefahren, denn Marie muss von dort den Zug am Donnerstag frueh nach Auckland nehmen, um ihren Flug zu erwischen. Hier habe ich jetzt ein paar Werkstaetten aufgetrieben, die aber auch erst fruehstens ab dem 5. helfen koennen.

Kurz gesagt: Ich weiss noch nicht genau, ob ich das Geld investieren sollte. Ohne Auto heist mit Fahrrad, und da sieht man mehr und lernt mehr Leute kennen. Mit Auto ist es vieeel bequemer, Regen stoert nicht und man muss kein Geld fuer Hostels, Motels etc. ausgeben. Ausserdem kann man den Karren wieder verkaufen und das Geld zumindest teilweise zurueckbekommen. Vielleicht.

Mal sehen.

Deja vu

Inzwischen habe ich viele Orte in Neuseeland zwei Mal gesehen: Nach Auckland bin ich zurueckgekehrt, Taupo und Wellington habe ich auch zum 2. Mal gesehen. Die ganze Autobahn 1 habe ich einmal mit dem Fahrrad und stueckweise mit dem Auto abgefahren.

Irre ist, wie genau ich mich an die Orte erinnern kann: wenn ich die A1 runterfahre, weiss ich genau, wo ich wann mit dem Fahrrad wie abgebogen bin, wo der naechste McDonals kommt (hehe), wo welche Schilder stehen, wo Abfahrten, Anhoehen und Kreisverkehre kommen.

Gestern wurde mir kurz komisch, bis ich merkte, dass ich auf der Strasse schon einmal fuhr, dann sah ich den Supermarkt, vor dem mir eine dicke Frau zwei Wochen vorher sagte, dass er geschlossen sei. Nur die dicke Frau war jetzt weg.

Heute bin ich an dem Cafe vorbeigefahren, vor dem mich vor Wochen ein Obdachloser bloed angequatscht hat. Danach war ich an der Stelle, wo ich den Camcorder von franzoesischen Touristen gefunden habe. Und dann habe ich die Kamera in der Hand gehabt, weil ich wusste, dass gleich der Friedhof neben der Autobahnabfahrt kommt, neben dem ich geschlafen habe.

In Wellington finde ich von alleine die richtige Abfahrt und dann den Weg zu allen Werkstaetten, die ich bisher gesehen habe.

Wenn man Fahrrad faehrt, sieht man VIEL mehr.

Montag, 29. Dezember 2008

Tongariro Alpine Crossing

Gestern Abend sind wir von Napier nach Taupo gefahren, weil ich das Tongariro Alpine Crossing wandern wollte. Das ist ein Pfad, der zwischen zwei Vulkanen im Nationalpark entlangfuehrt. Einer oder beide der Vulkane - auf jeden Fall aber die Gegend - ist wohl im Detail in LordOfTheRings zu sehen. Als "Mordor", sagt man.

In Taupo war ich schonmal alleine nachdem ich Lesley getroffen habe und bevor ich ueber die Desert Road bis zum Sanitaeter gefahren bin.



Wie sich herausstellte, fahren zwar Busse von Taupo bis zum Anfang des Wanderweges, aber die sind teuer und man kann auch selber hinfahren. Somit sind wir nach einer halbstuendigen Pause am schoenen See in Taupo weiter bis Whakapapa im National Park gefahren und haben dort auf einem Parkplatz geschlafen.



Marie wollte heute nicht mitkommen, weil sie noch erkaeltet war und die Wanderung ungefaehr 8 Stunden dauert. Um 7 bin ich aufgestanden, um 8 kam der Bus, der mich zum Start brachte.





Ich koennte jetzt viel ueber tolle Aussichten, steile Haenge, malerische Bergseen etc. schreiben, aber das bringt ja eh nichts. Also, es war seeehr huebsch und kommt natuerlich auf Fotos ueberhaupt nicht raus.

Man laeuft von einem Parkplatz los bis zu einer Huette. Dann gehts weiter recht steil (the devil's staircase) auf die Vulkankrater. Da ist es einfach flach. Weiter ueber andere Krater, dann geht es runter zu Bergseen. Weiter durch grosse Felder und runter zu einer weiteren Huette. Dann nochmal 2 Stunden durch den Urwald zum Parkplatz und von dort mit dem Bus zurueck nach Whakapapa.




Aeh, soll ich den Ring jetzt hier reinschmeissen, oder wie?





Es war den ganzen Tag schon ziemlich windig, aber erst war das Wetter insgesamt ganz schoen, weil die Sonne schien. Ab der Haelfte fing es bei den Bergseen aber an zu regnen. Erst wenig, dann mehr. Und dann richtig. Ich hatte zwar eine passende Jacke, aber nur eine Turnhose und eine lange Jeans. Da die Jeans sich schon im Rucksack mit Wasser vollgesogen hatte, brauchte ich die gar nicht erst anzuziehen. Ich zog aber meine maessig wasserdichte Innenjacke ueber meine Turnhose und legte einen Schritt zu.

Bei der Huette 2h vor Ende machte ich eine kurze Pause zum Marmeladenbrotessen. Alle standen drinnen oder unterm Vordach und hatten dicke Wanderstiefel, wasserdichte Hosen und Windbreaker an. Ich war der einzige mit kurzen Hosen. Dann kam aber ein Japaner, der war noch deutlich weggetretener als ich: der trug allen Ernstes ein kariertes Hemd mit T-Shirt drunter. Und dann Stoffhosen mit Turnschuhen. Der war natuerlich komplett nass und kann den Tag eigentlich nicht ueberlebt haben. Aber er hatte ein Muetze auf. Weils so sehr geregnet hat, habe ich leider kein Foto von ihm.



Als ich zurueck kam, schlief Marie immernoch im Bus. Bis auf einen kurzen Spaziergang war sie wegen des Regens den ganzen Tag im Auto geblieben. Aber sie hatte einen Campingplatz ausgespaeht, auf dem wir uns dann verbotenerweise in die Duschen geschlichen haben. Fein.

Sonntag, 28. Dezember 2008

Internet-Cafes

Momentan sitze ich gerade in einem Internetcafe in Napier. Wir sind heute morgen angekommen und wollten uns eigentlich ein Rugby-Spiel ansehen. Da die Saison lange vorbei ist, habe ich jetzt mehr Zeit, Bilder hochzuladen.

Nebenbei habe ich endlich die richtige Kommandozeile gefunden, um die Videos in eine handliche Groesse zu bekommen, so dass ich in Zukunft vielleicht ein paar mehr ins Blog schmeissen kann.

Manche Internet-Cafes verteilen die verfuegbare Datenrate nach irgendeinem Algorithmus auf die momentan benutzten Rechner. Das ist schlecht, weil ich dann nicht die ganze Datenrate fuer mich benutzen kann und das Hochladen dauert statt 4 vielleicht eher 8 Stunden.

Dieses hier tut das nicht, und so koennte ich theoretisch die Leitung saettigen, bis alle anderen Ewigkeiten warten muessen, um ihre friends auf facebook zu adden. Koennten sie meinetwegen auch gerne, aber irgendwann steht immer einer auf und geht nach vorne, um sich zu beschweren, dass es zu langsam sei.

Deswegen sitze ich immer mit geradem Ruecken und schiele in die Gesichter der anderen, ob ich das Hochladen eher schneller oder langsamer machen sollte. Zum Glueck wissen die nicht, dass ich es bin...

Samstag, 27. Dezember 2008

Delphine und Landschaften

Als wir auf der Halbinsel angekommen waren, mussten wir an der einzigen Tankstelle der Umgebung tanken. Beim Aussteigen machte mich Marie auf eine scheinbar tote Katze im Schaufenster aufmerksam. Ich steckte den Ruessel in den Tank und machte ein Foto. Sie lebte noch.



Nachdem der ich-bin-fertig-klick vom Auto kam, fiel mir auf, dass der Liter Sprit hier $1,87 statt $1,40 kostete. Aua. Das hatten wir schonmal bei Coromandel; sobald es einsam wird, wirds teuer. Haette ich mal lieber das Kleingedruckte gelesen, anstatt Tere zu fotografieren. Ich hasse Katzen.

Am Strand suchten wir das Meer nach Moko ab, sahen aber nichts. Die Frau in der Tankstelle sagte, man muesse einfach nur ins Wasser gehen, dann kommt sie. Denn sie liebt Menschen. Waehrend ich mit zwei Kiwis von der Suedinsel quatschte, tauchte er dann weit draussen neben einem Boot auf. Er war kaum zu erkennen, aber gut genug, um uns einreden zu koennen, wir haetten ihn gesehen.





Zwischen der Halbinsel und Napier ist es wunderschoen. Was man hier in 5 Minuten alles sieht, findet man nur mit viel Glueck in ganz Deutschland. Jedenfalls schien es mir so. Tolle Berge, schoene Baeume, Wasserfaelle und Fluesse, Eisenbahnbruecken zwischen zwei scheinbar beliebigen Raumpunkten und Strassen und Steigungen, fuer die man eigentlich Panzer braeuchte.

Und das alles haben wir zur blauen Stunde gesehen. Bui.







Ausserdem habe ich endlich mal die Strassen-Flubschies fotografiert. Sie sind mir ein Raetsel. Wann immer ich Bock habe, frage ich Kiwis nach dem Zweck folgender Installationen:



Manche sagen, sie wuerden beim Ueberfahren Gerausche machen, um den Fahrer zu warnen. Stimmt aber nicht, ich hoer' nix. Andere sagen, das waeren Markierungen fuer die Strassenmarkierer (aehh, wie?) und einer meinte, die wuerden reflektieren. Tun sie aber nicht.

Gisborne

In Gisborne wollte Marie einen Surfkurs machen. Fuer zwei Tage.

Gluecklicherweise hat sie am Strand Mick angesprochen. Der sagte, er wuerde ihr ein Surfbrett und einen Anzug leihen. Wir muessten nurnoch kurz arten, weil er seinen Krebs-Fangkorb noch versenken muss. Also sahen wir ihm aus der Ferne zu, wie er auf seinem Surfbrett stehend mit einem Paddel rausfuhr, den Korb versenkte und wiederkam.



Dann folgten wir ihm zu seiner Wohnung, wo Marie ein Surfbrett und Anzug geliehen bekam. Mick war bis zum Mauerfall suedlich von Hamburg stationiert und hat sich dort immer in einer Disco aufm Land die Lichter ausgeschossen. Tolle Zeit. Heute scheint er mit drei Kindern und einer Frau auch gluecklich zu sein.

Waehrend Marie surfte, trieb ich mich in der Stadt rum. Leider waren ab 16 Uhr die meisten Laeden geschlossen und ab 18 Uhr hat sich sogar das von aussen erreichbare WLAN der oertlichen Buecherrei abgeschaltet. Da musste ich lachen.



Marie hatte wohl einen erfolgreichen Nachmittag. So machten wir uns zum naechsten Strand auf, weil der am naechsten Morgen die richtigen Wellen haben sollte. Dort hab' ich noch Marie als Surferdude fotografiert und schon wars dunkel.





Am naechsten Morgen hatten wir statt dem rechten Wind eine Art Strafzettel am Auto - man braucht zum Campen einen Wisch, der 10$ kostet. Nicht weiter schlimm, bis auf das uns die ganze Zeit ein Typ aus seinem 100m entfernten Auto beobachtete. Nach dem Fruehstueck (2 Orangen, dann Haferflocken, dann Schokolade) bin ich mit dem Strafzettel hingegangen und habe ihn gefragt, ob ich die Bescheinigung bei ihm kaufen kann.





Er lachte und sagte "ah, the bloody council, don't worry 'bout it". Und dann wollte er wissen, ob ich derjenige sei, der eben noch links an dem Holztisch am Strand sass. Ja. "Haha, bloody hell, you do eat a lot! I'd thought you'd never stop!". Recht hat er, ich esse tatsaechlich den ganzen Tag sehr viel. Mal aus Lust, mal aus Hunger, mal aus Langeweile. Essen macht Spass, und momentan werde ich noch nicht mal dick davon. Toll.

Dann sah ich, dass der alte Mann mit Thermo-Kaffeebecher und Zeitung in seinem Auto sass. Er sagte, er saesse gerne einfach an Plaetzen, an denen er frueher mit seiner jetzt verstorbenen Ehefrau gesessen hat. Oh. Und dann erzaehlte er von seinem Unfall, wie ihn ein Jugendlicher absichtlich vom Fahrrad geholt habe. Es erforderte einigen Aufwand, das Thema von seinen dadurch resultierenden Beschwerden wegzulenken, lohnte sich aber:

Auf unserem Wege nach Sueden - in Mahia Beach - gibt es einen Delphin in einer offenen Bucht. Dem kann man Baelle hinwerfen und er spielt damit. Sollten wir uns unbedingt ansehen. Nachdem wir bis zum Nachmittag in Gisborne geblieben waren, wollte Marie dann ploetzlich doch nicht mehr surfen. Wir brachten das Surfbrett zurueck und fuhren los.

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Hot Water Beach, Mount Manganui

Heute haben wir Whitianga verlassen und sind Richtung Sueden gefahren. Wenige Kilometer hinter dem Cathedral Cove liegt der sog. Hot Water Beach. Wenn man auf die Gezeiten Ruecksicht nimmt, kann man sich am Strand ein Loch graben und sich in heisses Wasser setzen, bis einem das Fleisch abfaellt.

Als wir ankamen, sassen schon rund hundert Menschen aus allen moeglichen Laendern wie Kleinkinder in Sandloechern. Ein wirklich besonderer Anblick.





Mir war das Wasser zu heiss, deswegen habe ich mich erstmal in die Wellen des Ozeans geworfen und mit einer wasserfesten Kamera (Weihnachtsgeschenk von Marie, dankeschoen!) Selbstprotraits gemacht, und zwar Sekundenbruchteile bevor mir eine grosse Welle ins Kreuz treten wuerde. Mal sehen, wie sich das entwickelt.



Spaeter hab ich mich dann auch noch garen lassen und bin mit Marie nochmal im Ozean schwimmen gewesen. Marie hat uebrigens staendig Gaensehaut, und mir scheint es ist voellig unabhaengig von der Umgebungstemperatur. Manchmal auch nur an einem Bein oder einem Arm...



Anschliessend sind wir weiter durch die pralle Sonne bis Mount Manganui gefahren und haben dort Tuetensuppennudeln aufgegessen.



Danach sind wir um den Berg herumgelaufen und haben die Speicherkarte mit Fotos gefuellt. Hier mal ein paar Beispiele:













Abends sind wir dann ein paar Kilometer weiter an den Strand gefahren, um zu uebernachten. Als ich eine Dusche sah, hielt ich an, denn geduscht hatten wir schon lange nicht mehr. Marie wollte nicht, weil das Wasser nicht warm war: ich schon.

Direkt neben der Dusche waren drei Grillautomaten installiert: man drueckt einfach 6 Sekunden lang einen Knopf und die Metallflaeche oben wird fuer 8 Minuten heiss. Das ganze kann man unendlich oft kostenlos wiederholen. Noch waehrend ich mir Gedanken ueber ein lukratives Geschaeft mit Fernwaerme machte, fiel mir auf dass ein Spiess mit Huehnerfleisch noch auf dem Grill lag, und beides war noch warm. Nach kurzem Schielen nach links und rechts stellte ich fest, dass Marie und ich allein waren. Und als das Durchrechnen moeglicher Geschichten zu diesem Huehnerspiess keine negativen Szenarien hervorbrachte, hab ich ihn einfach aufgegessen.





Mmh, warmes Fleisch. Lecker.

Dann hab' ich geduscht und wir sind schlafen gegangen.

Heiligabend

...war echt nicht viel los.

Tagsueber sind wir zusammen von Whitianga die 309er Strasse nach irgendwo gefahren. Die Strasse ist in ziemlich miesem Zustand und nicht asphaltiert. Und so kam es, dass mein Auto und ich zum ersten mal in die Schranken der Physik gewiesen wurden, als naemlich ploetzlich das Heck ausbrach. Um Marie zu imponieren, war ich naemlich recht sportlich durch eine Kurve gefahren und hatte den losen Schotter uebersehen, den die Hinterraeder kurze Zeit spaeter ueberqueren sollten.



Da ich zu den gluecklichen 94% der besonders guten Autofahrer gehoere, habe ich das Auto natuerlich noch einmal einfangen koennen. Zufaelligerweise filmte ich waehrend des Zwischenfalls gerade ein Video (was natuerlich keinen Einfluss auf meine Fahrweise hatte :), auf dem aber ausser Maries Todesschrei nicht so viel zu sehen oder hoeren ist.

Kurze Zeit spaeter haben wir uns einen Wald mit Kauri-Baeumen angeguckt, die sind wohl recht typisch fuer Neuseeland. Weil sie im ersten Weltkrieg fuer irgendwas gebraucht wurden, gibts nicht mehr so viele, und schnell nachwachsen tun sie auch nicht gerade. Dafuer sind sie schoen gross.





Anschliessend haben wir uns noch einen Wasserfall angesehen. Dabei stellte ich fest, dass die blosse Existenz eines Wasserfalls der unter-50m-Klasse meinen Blutdruck inzwischen nicht mehr wirklich erhoeht. Ich bin wohl verwoehnt.



Abends hat Marie was leckeres gekocht (danke!) und wir haben einen Spaziergang am Strand gemacht.







Season's greetings.

Montag, 22. Dezember 2008

Marie, Mareet und Cathedral Cove

Gestern sind wir in Whitianga angekommen und wollten eigentlich in Mareets Wohnung einziehen. Den Schluessel sollten wir bei Harcourts - einem lokalen Immobilienmakler - bei Dianne abholen. Die war aber am Sonntag nicht da, und auf ihrer Mobilnummer wollte ich nicht stoeren. Also haben wir noch eine Nacht im Bus an Strand gepennt und haben den Schluessel am naechsten Morgen abgeholt.

In einer email hat Mareet mich vor den vielen Ameisen und vor dem wohl inzwischen giftigen Eis im Tiefkuehlschrank gewarnt. Aber sonst duerfte ich so ziemlich alles aufessen, was ich dort finde. Leider habe ich die email erst am Donnerstag nach Verlassen der Wohnung gelesen. Sonst haette ich auch gewusst, dass wir die beiden Kanus in der Garage durchaus haetten benutzen duerfen. Schade.

Das Apartment steht allein neben einem grossen, schoenen Baum in der Buffalo Beach Road 88. Nur eine belebte Strasse liegt zwischen dem Haus und dem sehr schoenen Strand. Unten ist bloss die Garage, oben habe ich mir dann die Raeume mit Marie und mehreren Tausend Ameisen geteilt. Wobei, Marie hat lieber im Auto geschlafen. Obs an den Ameisen, an mir oder schlechtem Raumklima lag, habe ich nicht so richtig rausfinden koennen.





Hier werden wir also Weihnachten verbringen.

Da heute Maries Geburtstag ist, hatte sie uneingeschraenkte Befehlsgewalt bezueglich unserer Tagesaktivitaeten. Mittags waren wir erst im Internet, wo ihre Familie ihr ein Staendchen sang, dann fuhren wir ca. 50km suedlich zur Cathedral Cove.Das ist ein grosser Felsen am Strand, aus dem die Mitte rausgebrochen ist. Dumme Erklaerung, ich versuchs mal mit einem Bild:



Mehr gibts dabei eigentlich nicht zu sehen. Marie hat einen Steinhaufen gebaut, ich bin im arschkalten Wasser einmal um einen Felsen geschwommen und hab' mich dann unter einem Wasserfall gewaschen.







Anschliessend habe ich "Forever War" von Dexter Filkins zu Ende gelesen. Das Buch ist von einem "eingebettetet" Reporter der NYTimes geschrieben und erklaert recht eindrucksvoll, warum es im Iraq in den naechsten Jahrzehnten keine funktionierende Demokratie geben wird.



Auf dem Rueckweg hielt ich kurz an, um ein paar Fotos von einem Gelaender einer kleinen Bruecke zu machen. Sekunden spaeter bremste an einer Querstrasse 50m weiter ein Van. Die Fenster gingen runter und ca. 4 Jugendliche schrien "DON'T!!", "we DO love you!", "Let's talk!". Dann lachten sie und fuhren weiter.



Abends haben wir im Fireplace in Whitianga gegessen. Aus irgendeinem Grunde war Marie gelaunt, mich einzuladen, dabei hatte ich eigentlich gedacht, ich wuerde zahlen. Hah. Da die Kellnerin wohl ihren ersten Tag hatte und kaum Zutaten beschreiben oder erklaeren konnte, habe ich Nudeln mit Pilzen und Huhn aufgegessen. Marie wollte den ganzen Tag unbedingt etwas vom Grill essen, entschied sich dann konsequenterweise auch fuer einen Salat :)



Maries gute Miene zum boesen Salatteller



"Nein!! Orangensaft gehoert doch OHNE Eis!"

Abends um zehn brauchte ich dann mal meine Ruhe und habe vor "New World" - eine der groessten Supermarktketten - Zeitung gelesen. Die hatten naemlich noch Licht an, waehrend der Rest Whitiangas schon dunkel war.