
Marie war erst nicht so ganz wohl zumute, 300m spaeter hatte ich sie dann aber ueberredet, den Herrn zumindest mal anzusehen. Also drehte ich um, hielt an und stieg aus.
Er kam auf mich zu, laechelte und machte ganz komische Gerausche. Ich sah ihn etwas schraeg an, den anstatt Worte war eher eine Art Grunzen zu hoeren. Dann legte er das Schild hin, zeigte auf seine Ohren und gab mir zu verstehen, dass er taub ist. Oh.
Naja, macht ja nichts. Also hab ich sein Schild und seine Jacke verstaut, waehrend er sich neben Marie setzte. Ich sagte ihr, dass er nichts hoeren kann, dann fuhren wir los. Marie sagte erstmal garnichts, er tippte eine SMS auf seinem Telefon. Dann daemmerte es mir, dass er wohl uns etwas schreibt. Tat er auch; er heist Nigel, lebt mit seiner Ferundin in Auckland und besucht jetzt seine Mama in Palmerston North. Und er hat einen Sonnenbrand.
Als wir den Text lasen, beugte er ich nach vorne, zog hinten seine Hose etwas runter und zeigte uns seine ziemlich rote Klempnerspalte. Aha, ok.

Marie fing an, wie damals in der 6. Stunde einen schriftlichen Dialog zu fuehren, ich fuhr. Die beiden quatschten ganz nett, er zeigte ihr ein paar Handgriffe, aehh, Handsprache (wie heisst das?). Dann sollten wir seinen Nachnamen raten, der dem eines Landes entsprach.

Als wir eine kurze Pause bei McD machten und wir beide auf Marie warteten, krachte ein Auto auf der Kreuzung in ein anderes. Ich sprang ueber die Hecke, um mir ein Bild zu machen, waehrend Nigel mir voellig entgeistert hinterher guckte. Hatte er ja nicht gehoert.
Ich fragte, ob er Geschrei oder laute Dinge hoeren kann - nur Vibrationen. Lippen lesen? Ein wenig. Spaeter fragte ich ihn, was er denn eigentlich macht. Erdbeeren pfluecken! Dann zeigte er wieder auf seinen roten Arsch und wir lachten.
Anschliessend fuhren wir weiter und lieferten ihn im Sueden von Palmerston North ab. Wieder ein netter Mensch.
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