Dienstag, 6. Januar 2009

Das Leben als Pseudo-Obdachloser...

... ist eigentlich ganz lustig.

Ich gehe jeden Morgen ins Museum gegenueber. Da gibts saubere Toiletten und eine kostenlose Zeitung. Wasser hole ich am Wasserhahn der Tankstelle. Servietten gibts bei MacDonalds. Plastiktueten bekommt man beim Einkaufen automatisch.

Schwierig wirds beim Duschen. Entweder kaltes Wasser vor Publikum in der Innenstadt, weiter wegfahren, $1.5 im Schwimmbad, oder - und das ist fuer Fortgeschrittene: ins Hostel schleichen.

Das muss man eh ueben, denn beim Waesche waschen gibts keine Alternative. Inzwischen schleicht sich der ganze Parkplatz ins YHA-Hostel neben dem NewWorld-Supermarkt zum Waschen und Duschen. Meistens geht es gut, manchmal nicht. Dann wird man nach dem Schluessel bzw. der Zugangskarte gefragt.

Marie z.B. hat vorher gefragt, ob sie darf, und wenn man dann ein Nein kassiert (das war der Fall), ists natuerlich bloed. Tobias wurde wohl schonmal aufgegriffen, weil er mit seinen 18 Jahren deutlich unter dem Altersdurchschnitt liegt (er sieht auch aus wie 16).



Deswegen geht er jetzt immer lesend an der Rezeption vorbei. Ich tue immer so, als wuerde ich telefonieren, um den Ansprechwiderstand zu erhoehen. Einmal hab ichs aber auch verbockt, und zwar Stromberg-Style: Bin quatschend mit dem Telefon am Ohr an der Rezeption vorbeigegangen, mit dickem Rucksack ud Fahrradtasche voller Waesche. Schielend merkte ich, dass mit ein Paar Augen hinter dem Tresen folgten, denn mit so viel Gepaeck ist man schonmal verdaechtig.

Und ausgerechnet in dem Moment klingelt mein Telefon.

Haha, bin lachend rausgerannt. Ein Glueck, morgen ist Berufsschule.

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