Links neben mir sass ein ca. 20 jaehriger Amerikaner, Soldat in der Army, der seinem Kameraden geile Einsatzvideos seiner Einheit im Irak zeigte. Als ich ihn fragte, ob er schon jemanden getoetet haette, bejahte er und sagte, das waere keine gute Frage. Und schon endete unser Gespraech.
Am Flughafen hatte ich die Hosen voll, weil ich keine Ahnung hatte, wo ich schlafen wuerde. Ich rief ich ein Hostel an und bekam eine recht komplizierte Wegbeschreibung. Der Busfahrer hatte allerdings kein Wechselgeld fuer das $2 Ticket und ich nur einen 20$ Schein. Also sollte ich Geld wechseln gehen und den naechsten Bus in 20 Minuten nehmen. Schon wieder aus dem Bus ausgesteigen schrie jemand "Stop!" von drinnen. Ich guckte wieder in den Bus, und ein Obdachloser alter Mann wedelte mit einem Dollarschein und sagte "Oh, come on, ya're not gonna be waiting for the next bus, will ya?". Im selben Moment zog ein Maedel gegenueber einen Dollarschein und sagte "i got the other one!". Irre.
Der Obdachlose ist wohl doch nicht so obdachlos, ihm ist nur sein Aeusseres recht egal. Er heisst Kevin Sweeney, ich soll ihn anrufen, dann zeigt er mir die Insel. Die Dame heisst Robyn und ist mit ihrem Freund Kevin neben ihr aus Kanada/Whistler zum Urlaub da. Sie fahren in ein Hostel. Also folge ich ihnen und lande im Polynesian Beach Club.
Das ist ein ziemlich verwahrlostes Hostel, in dem seit Jahren die gleichen Surferdudes haengen und sich jeden Abend betrinken. Eine Maechen vom Bodensee war auf der Durchreise und hat sich in den "Manager" verliebt, deswegen bleibt sie jetzt da. Sie muss ihn allerdings bald heiraten, denn momentan ist sie illegal da und nicht krankenversichert. Ihre Familie in Deutschland tobt, aber sie ist eh meist betrunken.
Robyn und Kevin sind wirklich nett, arbeiten in einem teuren Restaurant in Whistler, einem teuren Skigebiet. Sie ist Kellnerin, er raeumt die Teller auf, bevor die Kunden sie zu Gesicht bekommen. Am ersten Abend haben wir verbotenerweise Bier am Strand getrunken. Das darf man nicht. Ploetzlich kamen zwei Ghetto-Typen mit Schirmmuetzen und weiten Hosen vorbei, zeigten Ihre Ausweise, namen unsere Personalien auf und liessen uns all das schoene Bier wegkippen. Wussten wir nicht, wir sind ja nicht von hier. Hui. Also haben wir neues Bier gekauft und im Hostel getrunken. Ja Mama, es gibt Bier auf Hawaii!
Die beiden sind heute an den north shore gefahren, weils dort hohe Wellen (8 Meter) und momentan die Surfweltmeisterschaften gibt. Heute bin ich in ein anderes Hostel gegangen. Ist billiger, sauberer und die Leute sind bei Sinnen. Trinkspiele mit Surferdudes sind naemlich hoechstens zwei Tage lang lustig.
Im Osten moechte ich schnorcheln gehen, im Norden grosse Wellen sehen, im Osten wartet Pearl Harbor auf mich. Und surfen muss ich natuerlich auch noch. Dann gibt es noch die Inseln Big Island mit dem aktiven Vulkan und 11 Klimazonen, Maui mit irren Straenden und K-Dingbums als Inseln. Die Faehre nach Maui kostet 60$, die anderen Inseln sind nur mit Fluegen um die 80$ zu erreichen. Irgendwie muss ich aufpassen, dass ich ab und zu auch mal nichts mache.
Milch kostet gerne mal 3$ pro Liter. Deswegen esse ich viele Eier. Und Bohnen.
Irre ist, wie schnell man hier Leute trifft. Kurz nachdem ich von Melanie aus Kanada hoerte, dass sie bis letzter Woche als Gefaengniswaerterin gearbeitet hat und ab Dezember als Parol Officer taetig sein wird, will ich aufs Zimmer gehen und treffe Udo, einen C++ Softwareentwickler aus Detmold. In der Kueche waescht derweil Donna aus England meine Toepfe ab. Als ich ins Zimmer komme, erzaehlt mir Arne aus Daenemark, was er hier so macht und das Studenten in Daenemark monatlich 900 Euro Schulgeld bekommen.
Es ist wirklich schwierig, Bilder hochzuladen, weil man meistens kein Netzwerkkabel bekommt. Und hier in Hawaii ist Internet richtig teuer, 5$ die Stunden wollen die haben. In allen anderen Hostels wars immer fuer Lau. Schoise.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen