Sonntag, 29. März 2009

Robert Fisk

ist eine geile Sau, um es mal mit Thores Worten zu sagen.

Vorgestern habe ich sein Buch "The Great War for Civilisation: The Conquest of the Middle East" zu Ende gelesen. Nach ueber 1200 Seiten habe ich einen groben Eindruck gewonnen, was im mittleren Osten in den letzten hundert Jahren so alles passiert ist. Und vor allem, wer es war und warum es so geschah - meine Guete, hat der Westen es versaut (und zwar sehr konstant und verlaesslich)!

Ich konnte nie mehr als 50 Seiten auf ein Mal lesen - manchmal, weil so viele Namen genannt wurden, dass ich mir erstmal ein Diagramm malen musste (ich kann die Karte des mittleren Ostens jetzt auswendig!), manchmal, weils zu grausam wurde. Das Kapitel, in dem er die Folgen der Verwendung von Munition aus abgereichertem Uran an u.a. Kindern in Baghdad beschreibt, geht echt zu weit.

Ich habe noch nie erlebt, wie eine so kluge Person so verstaendnisvoll, ausgeglichen und hartnaeckig recherchiert und berichtet. Er befragt Opfer des ersten Holocaust des letzten Jahrhunderts in Armenien in einem Blindenheim in Beirut oder sammelt ein Bruchstueck einer von einem israelischen Apache abgefeuerten, explodierten Hellfire-Rakete aus einem Palaestinensischen Krankenwagen (in dem 13 Zivilisten vor der israelischen Armee fluechteten) und legt es den Entwicklern der Rakete in Florida auf den Tisch. Unglaublich. Und das in einem Englisch, dessen Schoenheit in unglaublichem Kontrast zu den fuerchterlichen Dingen steht, von denen er berichtet.

Wenn ich Koenig von Deutschland waere, muesste jeder dieses Buch lesen, bevor er seinen Fuehrerschein machen darf. Ploetzlich ergeben Nachrichten aus aller Welt Sinn. Und wenn er mal eine Vorlesung in Deutschland haelt, fahr ich da hin.

Jetzt lese ich es ein zweites Mal.

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