Mittwoch, 4. März 2009

Immernoch Byron Bay

Gestern haben wir tagsueber nur rumgehangen (das gehoert sich in Byron Bay so!) und das Ganze Abends fortgesetzt. Da es diese kostenlosen Grills gibt, haben wir uns im Supermarkt ein halbes Kilo Fleisch gekauft. Und das dann gegrillt.



Theresa war beim Aufessen nicht sonderlich hilfreich, so dass ich mich durch geschaetzte 400g alleine arbeiten musste. Mit dieser ungluecklichen Situation kam ich allerdings ganz gut zurecht.



Ungefaehr 200g vor Feierabend setzten sich Jacob und Philippe zu uns an den Tisch. Ersterer kommt aus Montana und entsprich voll meinen Vorurteilen gegenueber Amerikanern. Dafuer ragt aber seit einem Snowboardunfall ein Knochen aus seiner Schulter, der ihn irgendwie einzigartig macht. Den wieder dorthin zu biegen, wo er hingehoert, waere teuer und haette keine Vorteile, hat man ihm gesagt.



So, und jetzt zu Philippe. Der ist Franzose und Koch und vereint somit gleich zwei interessante Attribute in sich. Den letzten Herbst hat er in der Oper in Sydney gekocht und ist vor ein paar Wochen abgehauen. Denn eigentlich wollte er Urlaub machen, aber stattdessen arbeitete er 10h am Tag in der Oper und hat sein Mittagessen mit den Fingern gegessen, weil keine Zeit war. Jetzt reist er mit seinem Zelt und Rucksack durchs Land.



Zwei Minuten, nachdem sich die beiden zu uns setzten, stand Philippe auf und sagte: "Now watch it! The swedish one, she's so hot!". Dann ging er zu einer Dame in geschlechtsreifem Alter an einem Tisch 50m weiter und quatschte mit ihr. Leider kam er nach ca. 12 Minuten zurueck - er war auf morgen abend im "cheeky monkey" vertroestet worden.

Nachdem Jacob und Theresa sich verabschiedet hatten, tranken wir Rotwein aus seinem 4L-fuer-10$-Sack. Die "Irish Coffee"-Tasse, aus der wir tranken, hat er auf einem Muellhaufen neben seinem illegal aufgestellten Zelt gefunden. So muss es sein! Dann setzten uns auf die Wiese neben 23 andere Leute, die zu einer Gitarre Lieder sangen (Kings of Leon sind hier gerade en vogue. Bei Euch auch?) und verabredeten uns fuer den naechsten Tag um 4 am Strand, damit er mir das Wrack zeigt, dass so hakenmaessig aus dem Wasser ragt.





Heute habe ich ihn um 4 leider nicht angetroffen und bin so mit meiner neuen Maske und Schnorchel (Flossen waren ja schon beim Auto dabei) zum Wrack geschwommen. Das ist bloss das ganz kleine Ende eines Schiffs, der Haken wohl irgendein Aufbau. Nachdem ich die vielen grossen Fische inspiziert hatte, schwomm ich weiter raus und guckte etwas besorgt nach den Haien, die ich vorher neben dem Leuchtturm gesehen hatte. Und dann tat ploetzlich mein Arm weh.

Gluecklicherweise kein Hai (ich haette nie wieder ins Tor gemusst!), sondern bloss eine Qualle, die eine unsichtbare Schnur mit ganz vielen Stecknadelkopf-grossen lila Perlen um meinen Arm gelegt hatte. Und das brannte. Bloed war nur, dass die Schnur nicht reissen wollte und ich inzwischen auch Schnuere am Rucken und den Beinen hatte. Und da ich nicht wusste, dass die "Blue Bottles" bloss Feuerquallen-Kaliber haben, macht ich mich schleunigst auf den Weg zurueck zum Strand, lief zu einem Restaurant und nahm die Perlenketten mit Essig und einer Serviette ab. Aua.

Und ploetzlich stand Philippe neben mir und fragte, wo ich denn geblieben sei. Er waere schon rumgeschwommen und haette seine Flosse verloren. Ich sagte, ich wuerde ihn zurueckrufen und muesste mal meine Schlappen vom Strand holen. Das tat ich auch und fand nebenbei noch seine Flosse, welche ich ihm am Nachmittag zurueckgab.



Und dann hab ich noch ein paar Fotos gemacht, bevor wir weiter nach Norden gefahren sind.

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