Freitag, 14. November 2008

Manoa Falls, Honolulu

Gestern frueh habe ich im Polynesian Beach Club Hostel Tanja kennen gelernt. Sie kommt aus der Ukraine und arbeitet als Au Pair in den USA. Momentan macht sie drei Wochen Urlaub auf Hawaii, bleibt aber nur noch bis morgen. Als wir uns unterhielten, kam ihre Freundin Ivana vom Laufen zurueck. Sie kommt aus Brasilien.

Die beiden wollten sich den Manoa Falls-Wasserfall ein paar Kilometer weiter noerdlich ansehen und dann in Hanauma Bay im Osten schnorcheln gehen. Damit das klappt, wollten sie sich Roller ausleihen, die dort "mopeds" genannt werden. Und ich sollte mitkommen.

Nachdem ich Weissbrot mit Zuckermarmelade und Kaffee mit Milchpulver zum Fruehstueck hatte, konnte ich gluecklicherweise meine Reservierung in einem anderen Hostel absagen, sonst haette ich naemlich stattdessen umziehen muessen.

Also haben wir uns drei Roller ausgeliehen und eine halbe Stunde gewartet, bis Tanja angstfrei anfahren, bremsen und wenden konnte. Sie ist naemlich noch nie Roller gefahren. Ab jetzt hatten wir 24 Stunden Zeit zum Rollerfahren.



Der Wasserfall liegt ungefaehr eine Wanderung von einer Stunde vom Parkplatz entfernt - auch deswegen, weil das Ziel ein paar hundert Meter hoeher liegt. Vom Parkplatzwart bekommt man einen Bambusstock geliehen, weil der Weg durch den Dschungel sehr matschig und holprig ist. Kaum ist man im Regenwald, wird es erstaunlich heiss, dunkel und schwuel. Die Muecken haben gluecklicherweise Tanja bevorzugt, sie sah danach aus wie eine Feuerqualle. Der Wasserfall ist sehr klein und ziemlich unspektakulaer, aber: ich war da! Ausserdem hat mir der Vater eines niedlichen kleinen Jungen am Wasserfall erklaert, dass Yellow Submarine speziell von den Beatles fuer seinen Lieblingsfilm geschrieben wurde, dessen Namen ich vergessen habe. Gute Geschichte?



Als wir wieder am Parkplatz waren erzaehlte uns der Parkplatzwart, dass es zu spaet sei, um Hanauma Bay vor dem Sonnenuntergang zu erreichen. Sie Sonne geht naemlich um kurz vor 6 unter, dann wird es ganz schnell rabenschwarz. Ausserdem darf man mit Rollern nicht den Highway benutzen. Stattdessen erzaehlte er uns von einem Aussichtspunkt, von dem man ganz Honululu, Waikiki, Diamond Head und Pearl Harbor sehen kann. Immer geradeaus, bei jeder Ampel recht abbiegen.

Wir haben uns hoffnungslos verfahren, waren einkaufen im Supermarkt und haben uns die Wohnviertel angesehen. Eine gute Stunde spaeter waren wir wieder beim Parkplatzwart, wo ich mir die Position des Aussichtpunktes auf meiner Karte im Telefon habe zeigen lassen. Dann sind wir einfach mit dem roten Punkt auf der Karte gefahren und eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang am Viewpoint angekommen.



Ich hatte schon am ersten Abend in Waikiki den Gedanken, ich waere eins mit dem Universum, aber diese Aussicht hat das nochmal in den Schatten gestellt. Das war schoen. Ab und zu kamen Menschen vorbei, manchmal gefuehrte Gruppen, deren Gruppenleiter dann interessante Sachen erzaehlten. Zum Beispiel haben die Amis vor zig Jahren ein Korallenriff am Suedende mit Beton uebergosssen, um eine Notlandebahn fuer das Spaceshuttle zu schaffen. Punchbowl, ein grosser Vulkankrater, dient heute als Golfplatz.



Allein auf O'ahu gibt es 12 Golfplaetze, wie mir Jay vom Rollerverleih spaeter erzaehlte. Jay ist seit Jahren auf Hawaii und war noch nie surfen. "It just looks stupid!", war seine Antwort auf meine naechste Frage. Er spielt lieber Golf.

Tanja und Ivana sind danach nach Hause gefahren, weil sie am naechsten Morgen um sechs aufstehen wollten, um mit den Rollern doch noch nach Hanauma Bay zu fahren. Um 1030 mussten sie die naemlich zurueckbringen. Ich bin noch im Dunkeln durch Honululu gefahren. Die Stadt ist nicht besonders huebsch. Es gibt viele grosse Strassen und man kann gut rumfahren, aber kein Platz laedt wirklich zum Anhalten ein. Am Ende kam ich dann doch noch zu einem Park direkt am Wasser zwischen Honululu und Waikiki, in dem einem alle vier Meter eine Katze ueber den Weg laueft. Ich habe mich auf einen Stein in der Mitte gelegt und eine halbe Stunde Schokoladenkekse gegessen. So soll es sein.

Am naechsten Morgen bin ich um 9 aufgewacht, Tanja und Ivana waren schon weg. Da mir die Taugenichts-Surferdudes im Hostel auf den Sack gingen, habe ich mich in einem anderen Hostel einquartiert. Also musste ich meinen Krempel transportieren und den Roller auftanken und zurueckbringen. Amerikanische Zapfhaehne stoppen bei Rollern nicht automatisch, wenn der Tank voll ist. Keine schoene Szene. Beim Rollerverleih habe ich noch eine halbe Stunde auf die beiden Maedels gewartet, aber die kamen nicht. Schraeg.

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