Dienstag, 18. November 2008

Jacks Tour

Heute habe ich, zusammen mit Melanie und Andreas, eine gefuehrte Tour durch O'ahu gemacht. Unser Tourguide Jack ist gute 50 Jahre alt und eine Mischung aus Geologe und Soziologe, also ganz passend fuer den Zweck.



Morgens um 10 sind wir mit 12 Leuten losgefahren und haben uns riesige Baeume angeguckt, von denen Lianen nach unten haengen. Sobald sie den Boden beruehren, schlagen sie Wurzeln und werden dicker, bis sie Baumstaemme sind. Dann waechst der Baum horizontal weiter. Das hoert nie auf, so dass es ganze Waelder mit nur einem Baum gibt.



Dann sind wir an den Strand gelaufen, an dem man genauso schoen schnorcheln kann wie in Hanauma Bay. Nur, dass man keine 2 Stunden Bus fahren muss, keinen Film ansieht und keine 5$ Eintritt zahlt. Donnerstags spuelt der angrenzende Zoo seine toten Fische aus, dann kommen die Haie, so dass man Donnerstags schnorcheln sollte. Nein, das ist nicht gefaehrlich, sagt Jack.

Danach haben wir uns Blowhole angesehen. Ist bloss ein Loch im Felsen durch das Meerwasser spritzt, wenn eine Welle angewellt kommt. Langweilig.

Kurze Zeit spaeter haben wir Halt an einem Steg gemacht, auf dessen Ende ein grosses Holzhaus gebaut wurde. In diesem Haus wurden Forschungs-U-Boote gewartet. Wenn man Forschungs-U-Boote bei Kronzuckers Kosmos sieht, dann sind das die. Wir haben uns 5 Minuten mit den Piloten unterhalten, dann habe ich mich 15 Minuten mit den Piloten unterhalten, dann sind wir weiter gefahren.



Beim naechsten Stop haben wir uns ein paar kleine Nachbarinseln vom Strand aus angesehen, uns mit Aloevera-Blaettern eingeschmiert, Baumwolle geerntet und an Zitronengras geschnuppert. Es gibt echt viele Pflanzen auf Hawaii, aber 90% davon sind eingeschleppt worden. Wie auch die Ananas (Lateinisch fuer "Exzellente Frucht" :), die zeitweise so intensiv angebaut wurde, dass 15.000 Mitarbeiter in Honolulus Hafen damit beschaeftigt waren, sie in Dosen zu verpacken. Bevor Ananas angebaut wurden, hat man seinen Lebensunterhalt mit Rohrzucker-Anbau verdient. Jetzt gibt es kaum noch Ananas, dafuer aber reichlich Touristen.

Auf Nachfrage hat Jack mir erzaehlt, dass die Hawai'ianer eigentlich gar keine Lust auf die USA hatten. Erst kam Kapitaen Cook, der hat ein paar Krankheiten mitgebracht, die die Haelfte der Hawaiianer ausgerottet haben. Dann haben sie die Tanks der Schiffe im Hafen ausgespuelt, seitdem gibt es Muecken. Anschliessend haben sie den Einheimischen Dinge auf Kredit geliehen, damit die sich verschuldeten. Im naechsten Schritt haben sie die Koenigin gestuerzt und Hawaii and die USA herangefuehrt, 1959 wurde es dann zum 50sten Staat. Damals gab es riesige Petitionen der Ureinwohner dagegen, heute wollen nurnoch einige unabhaengig sein, andere moegen die grossen Autos und Brausebecher.



Die naechste Station war der north-shore, also der Strand am Nordwesten der Insel.



Da sind die Wellen meist gross (10m sind wohl nicht selten) und momentan finden die Surf-Weltmeisterschaften statt. Bei uns waren die Wellen kleiner, dafuer schlief eine Schildkroete am Strand. Es gibt sieben Schildkroeten, die ab und zu - immer Nachmittags - an diesem Strand schlafen. Nachdem vor ein paar Monaten eine Schildkroete mit abgeschnittenem Kopf, Armen und Beinen am Strand gefunden wurde, werden sie jetzt taeglich von Freiwilligen bewacht. Das Ding hat sich genau ein Mal bewegt, da hab ich aber grad weggeguckt. Mist.



Eine feine Rundfahrt war das.

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