Donnerstag, 5. Februar 2009

Mount Cook

Auf dem Weg zu Mount Cook hab' ich wieder einen Anhalter mitgenommen. Josh kommt aus Kanada und hat hier bisher als Fruchtpfluecker gearbeitet. Man wird nicht mit Mindestlohn pro Stunde bezahlt, sondern Korbweise. Jeder Korb Aprikosen bringt einen Dollar. Man sollte daran aber beim Pfluecken nicht denken, sonst macht die Arbeit keinen Spass, sagt er. Zum Transport verlaesst er sich auschliesslich auf Menschen, die anhalten. Und das funktioniert, sagt er.



Schon vorher hatte ich die Kassiererin einer Tankstelle gefragt, was ich denn eigentlich in Mount Cook machen wuerde. Sie ueberlegte recht lang, fand aber keine Antwort. Dann sagte sie, ganz ernst, dass der Weg dorthin auch sehr schoen sei. Oh.

Im Dorf angekommen merkt man, das ist gar nicht mal so gross. Es gibt es ein grosses, steriles Hotel mit 98% asiatischen Gaesten (im grossen Buffet-Saal war es waehrend des Abendessens somit unglaublich leise), und im Grunde kann man nur auf ein paar Wanderwegen die Berge rundherum erkunden. Da es schon spaet war, habe ich mit ein paar anderen Reisenden auf dem Parkplatz gequatscht und Bier getrunken, dann einen abgelegenen Parkplatz auf einem Feld zum Schlafen gesucht.



Und Morgens weckt mich doch allen Ernstes ein DOC-Heini (Departent of Conservation, also deren Naturgeloetbehoerde) auf und moechte 6$ Campinggebuehren von mir haben (es gibt einen Campingplatz mit 6$ Gebuehr, den ich bewusst gemieden hatte).

Ich bin schon oft aus meinen Traeumen gerissen worden: in der Stadt sinds dumme Kinder, die aus Spass nachts an die Scheiben schlagen oder empoerte Gemeinderatsmitglieder, die 400$ Strafe androhen, wenn man nicht sofort abhaut. Auf dem Land bin ich aber immer unbehelligt geblieben, bis der Herr vom DOC entschied, dass mein Parkplatz ein Zeltplatz ist. Lieber als wegfahren muessen, dachte ich mir und zahlte.

Anschliessend habe ich mir die blue lakes angesehen (sehr unspektakulaer, und ziemlich gruen) und mich mangels Sonnencreme und Muetze gegen eine Tageswanderung entschieden. Auch gut, so wurde ich nicht von Sandfliegen aufgefressen.



Und dann begegneten mir auf dem Weg doch noch ein paar blaue Seen, diesmal aber in riesig. An all diese Seen grenzen Daemme, so dass - laut Auskunftstafel - jeder Regentropfen 8 Daemme durchlaeuft und 8 Mal Strom erzeugt, bevor er ins Meer fliesst.

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