Montag, 22. Dezember 2008

Fahrradverleih

Heute habe ich Postkarten in der Touristeninformation in Whitianga gekauft. Vor mir stand eine Dame Mitte 30, die gerade darueber informiert wurde, dass alle Fahrradverleiher bereits geschlossen haben. Denn es ist Sonntag. Endlich mal eine Gelegenheit, auch mal jemand anderem zu helfen.

Also habe ich sie gefragt, ob sie denn nur eins braucht. Ja. Und wie Lange? Bis uebermorgen. Sie folgte mir zum Auto und fuhr einmal Probe. Passt. Ob ich ihr dass jetzt einfach so leihen wuerde? Ja. Und, Pfand? Ne. Ich bin uebrigens Amanda. Aus Irland. Ben, nice to meet you. Sie gab mir ihre Nummer, weil ich meine nicht wusste und mein Telefon tot war.



Und so zog sie von dannen. Ich war recht sicher, dass ich das Fahrrad zurueckbekommen wuerde. Auf jeden Fall ein interessantes Experiment. Am naechsten Tag sah Marie mein Fahrrad kurz vor Cathedral Cove am Strassenrand stehen. Angeschlossen natuerlich :)



Und dann habe ich es puenktlich und unbeschadet wiederbekommen. Menschen sind naemlich meist gut.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Allein sein...

...kann ich echt gut.

Nicht, dass es mit Marie nicht schoen waere, aber erst als sie neben mir im Bus pennte, wurde mir bewusst, dass ich ja eigentlich seit fast zwei Monaten alleine reise. Man trifft zwar andauernd Menschen, unterhaelt sich, isst zusammen und albert rum, aber letztlich ist man allein, was meist spaetestens nachts dann deutlich wird.





Und das hat mir echt gut gefallen.

Jetzt reise ich aber erstmal mit Marie weiter. Und das ist auch toll.

Samstag, 20. Dezember 2008

Radiator

Heute sind wir von Ahipara am Ende des 90-Mile-Beach zurueck nach Auckland gefahren. Die Strasse dazwischen ist recht bergig und es war heiss. Und so dauerte es nicht lange, bis der Motor wieder heiss wurde.



Da Remi mir erzaehlt hatte, es waere voellig ausreichend, einfach Wasser ohne Korrosionsschutz in den Kuehler zu kippen, schwante mir schon Boeses. Zwei Abende vorher hatte mir Luke schon gesagt, so ein alter Nissan wuerde ewig halten ("have some trust, mate!"), wenn man ihn nur ordentlich pflegt. Also immer den Oelstand pruefen und Kuehlwasser nachfuellen. "Einfach nur Wasser?", fragte ich. "Nah, keep it nice and green!".

An der Tankstelle in Pakaraka hatten sie ein cooling system flushing liquid und anti-corrosive. Da haette ich den Motor aber mehrmals abkuehlen lassen und wieder aufheizen muessen. 20km weiter - in Kawakawa - gibt es aber einen Radiator-repair-guy namens Owen. Da koennte ich auch mal fragen. Das klang schon viel besser.

Owens Werkstatt war sehr klein und sah aus wie eine Schlosserei in der Nachkriegszeit. Drinnen lehnte ein riesiger Kuehler von einem Schwerlaster an der Wand und tropfte. Niemand da. Ein Nachbar sagte, er muesste gleich wiederkommen, denn solange die Tuer nicht zu ist, hat er auch noch nicht Feierabend. Marie ging einkaufen, ich wartete.



Keine 10 Minuten spaeter tauchte Owen auf. Ein echter Kiwi, bestimmt Ende fuenfzig und natuerlich sehr freundlich. Ich schilderte mein Problem, er sah in den Kuehler und zeigte mir den Rost. Da kommt wohl nicht mehr viel durch. Eigentlich haette er Feierabend, aber wir koennten das noch reparieren. Dauert zwei bis drei Stunden, kostet 150$.



Marie war wieder da und ueberlegte, ob sie zum Friseur gehen sollte. Perfekt. Also finden Owen und ich an, den Kuehler auszubauen, den die "bloody japs" ziemlich fest eingeschraubt hatten.



Anschliessend spannte er den Kuehler in seinen Deluxe-Schraubstock und schweisste die Kappe ab. Die war naemlich noch aus Metall und nicht aus Kunststoff, der nach ein paar Jahren bruechig wird. Gut. Dann steckte er einen Gartenschlauch in den Kuehler und man sah, dass nurnoch aus ca. 60% der Roehren Waser lief.



Er nahm eine Spiralfeder aus einem Rasenmaeher, die er vor einiger Zeit geradegebogen hatte und schob sie wie eine Flschenbuerste in jedes einzelnes Roehrchen. Dann erzaehlte er mir von seinen Abentuern in Deutschland, die sich auf das Oktoberfest beschraenkten. Vor ein paar Tagen war aber ein Deutscher bei ihm, der hat ihm noch zwei weitere Bier-Festivals auf eine Liste gechrieben. Ausserdem hat er ein grosses Boot und angelt damit nach Fischen in 300m Tiefe. 62kg wog der schwerste, den er je gefangen hat.



Dann erzaehlte ich von meinen Abenteuern und von den beiden Gesellen auf der Fahre. "You can pat yourself on the back, this has become quite a dangerous place", sagte er. Viele - gerade arme Maori - wuerden Touristen-ausrauben und Autos-stehlen heutzutage zu ihrer Kernkompetenz machen. Hui.

Eine Viertelstunde spaeter war das Problem behoben. Er schweisste den Kuehler wieder zu, wir bauten ihn ein und fertig. Das Hitzeproblem ist jetzt jedenfalls geloest.

Der ganze Stolz Kawakawas ist uebrigens dieses Hundertwasserklo:

Freitag, 19. Dezember 2008

90-Mile-Beach

Nach dem Nordkap und der Sandduene sind wir noch zum 90-Mile-Beach gefahren. Viele Kiwis sagen, der Strand waere etwas ueberbewertet, aber ich find ihn echt klasse.







Man faehrt mit seinem Auto rauf und sieht - je nach Tageszeit - einen scheinbar unendlich langen Strand bei schoenem Licht. Dann faehrt man los, und es hoert einfach nicht auf. Wir sind bestimmt eine halbe Stunde gefahren, bevor sich langsam ein Ende ankuendigte. Hatte erst ein bisschen Bammel, dass mir der Wagen gerade jetzt auseinanderfaellt oder steckenbleibt. Wenn dann naemlich die Flut kommt, hat man ein echtes Problem. Gluecklicherweise ist nichts passiert.





Marie und ich haben Nudeln gekocht und aufgegessen, sind dann weiter in ein Motorcamp gefahren. Man war wohl auf eine Dusche scharf. Schoen.





Sandsurfen

Nachdem wir das Nordkap angesehen haben, hielten wir 23km weiter an einer grooossen Sandduene. Man parkt, leiht sich ein Bodyboard, klettert die Duene rauf und rutscht mit dem Brett runter.

Macht Spass, es gibt aber eigentlich nicht so viel drueber zu erzaehlen.





Anschliessend kann man durch einen sehr flachen Fluss (Te Paki Stream Bed) zum 3 Kilometer entfernten 90-Mile-Beach fahren und auf dem Richtung Sueden rasen. Viele Leute bleiben aber im Fluss stecken - der Bauer nimmt 270, der Abschleppwagen kassiert $450. Gary und Luke meinten, das muesste schon klappen, "just keep your revs up!". Da man ca. 40km suedlich auch ueber eine Strasse auf den Strand kommt, haben wir uns dann aber fuer diese Variante entschieden.

Cape Reinga

Cape Reinga ist der noerdlichste Punkt Neuseelands. Die einzigen Dinge dort, ueber die man schreiben koennte, sind die Strasse dorthin und ein Leuchtturm.





Den Turm gibts seit Ewigkeiten. Vor ein paar Jahren haben sie den Dieselgenerator und die 1000W-Lampe gegen Solarzellen und ein 50W-Blinklicht getauscht. Er ist eigentlich ganz huebsch.



Die Strasse wird gerade planiert. Ziemlich schweres Geraet faehrt rum und macht aus der Strasse einen Panzertrek. Ich hatte ziemliche Angst um meine mobile Tropfsteinhoehle, aber sie hats ausgehalten.

Achso: Die Maori glauben, dass man beim Tod zum Cape Reinga reist und von dort die Erde verlaesst. Ein schoener Gedanke, finde ich.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Raeuber Hotzenplotz, Gary und Luke

Heute sind wir mit einer kleinen Faehre von Okiato nach Opua uebergesetzt.



Waehrend der Fahrt quatschte ich mit der Schaffnerin und Marie wurde von zwei Typen in einem Pickup angequatscht. Die haben sie zu sich gewunken und ihr ein Bier ausgegeben.



Marie stellte mich den beiden vor, als ich zum Auto zurueckkam:

This is Benni.

Haha, danke Marie :) Brian ist ziwschen 50 und 60, Australischer Handwerker und wegen eines Auftrags in Auckland. Sein Kumpel auf dem Beifahrersitz ist Maori und dick; beide tranken Bier. Leider habe ich kein Foto gemacht.

Jedenfalls sollten wir beide bei ihnen vorbeikommen. Sie haben ein Haus in Pahia, 5km noerdlich. Da koennten wir was tolles essen und "have a really great shower". Die Faehre legte an und wir sollten ihnen folgen. Ich stieg ins Auto und fragte Marie, was sie denn denkt. Was ich denn meinte, fragte sie. Ich hatte ein ganz, ganz schlechtes Gefuehl bei den beiden. Und dann dauerte es nicht lange, bis Marie hippelig wurde und den beiden auch nicht laenger hinterherfahren wollte. Also liess ich erst ein paar Autos zwischen uns rutschen und bog dann ab. Ich bin ja normalerweise nicht der erste, dem in einer Situation die Alarmglocke angeht, aber die beiden waren ganz deutlich nicht von Gastfreundschaft getrieben. Schade fuer Marie, wars doch ihre erste Begegnung mit Einheimischen.

Anscheinend muss man als bzw. mit Frau besser aufpassen als ohne.

Stattdessen entschlossen wir uns, Pahia anzusehen. Ich schloss in einem Hostel eine Autoversicherung ab; Gilt fuer die naechsten 3 Monate, 500$ Selbstbehalt, der Daene darf auch fahren. Dann wollten wir im Meer baden gehen, Marie hat aber gekniffen weils zu kalt war. Das wird aber noch :)







Abends sind wir in Taipa angekommen und haben ziemlich dicht am Strand gehalten. Zwanzig Meter weiter fuhr ein Jugendlicher sein bloody motorbike ueber den Strand, sein Vater beobachtete das laute Zweitaktgeschehen aus der Entfernung. Ich fragte den Vater ob es in Ordnung waere, hier zu uebernachten. Klar, sagte er. Er wohnt aber gleich in dem Haus hier (20 Meter entfernt) und wir sollten in seinem Garten parken, denn in den letzten 11 Monaten sind naemlich 2 Urlauber an dem Strand ausgeraubt worden. Leider hat Marie das auch gehoert und war ab dann etwas unruhig.

Der Vater heisst Gary, der Sohn Luke. Wenn wir Dusche und Toilette braeuchten, sollten wir einfach reinkommen, "but its very basic". Schoen, danke! Ach, und es ist Ebbe. Wenn wir also Muscheln moegen, koennen wir da hinten am Felsen ein paar abnehmen und sie kochen. Wenn sie aufspringen, sind sie fertig. Leider wurde es dunkel und weder Marie noch ich konnten mit Muscheln was anfangen.





Als wir beim Abendessen sassen, lud er uns ein, doch einfach so auf ein Bier reinzukommen. Tuellich! Die naechsten Stunden erzaehlten mir die beiden, was sie so machen. Luke ist mit 15 aus der Schule geflogen, findet seine Arbeit als Mechaniker jetzt aber toll und ist einer der Besten seiner Ausbildungsklasse. In seiner Freizeit geht er jagen, Angeln und mit seinem neuen Motorrad Rennen fahren. Die meisten seiner Freunde haben zwar Quads, mit denen sie durch die Duenen heizen, aber Motorrad fahren macht mehr Spass. Good on ya, mate!



Gary hat das auch alles mal gemacht, aber jetzt findet er sich zu alt dafuer. Weil Luke sich so gut macht, hat er ihm 1000$ fuers Motorrad dazugegeben und jetzt Angst um seinen Sohn. Er schweisst die schweren Holzlaster wieder zusammen, wenn ein trotteliger Kranfuehrer 10 Tonnen Baumstaemme aus ein paar Meter Hoehe auf die Ladeflaeche fallen laesst.

Luke ging noch am Abend nach Hause, Gary musste um acht los. Er laesst die Tuer aber offen, damit wir duschen koennen.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Marie

Heute habe ich zwei Menschen getroffen, die ich schon kannte.

Zuerst habe ich um 1145 Marie vom Hostel abgeholt. Sie machte einen froehlichen und etwas aufgekratzten Eindruck.



Wir luden den Schotter ein und fuhren die Queen Street hoch. Ich hatte mich naemlich etwas verspaetet und war um 1200 mit Andreas Moeller verabredet. Der Daene, den ich auf Hawaii getroffen habe. Wir trafen uns vor dem Kino und tranken einen Kaffee.





Er war noch mit Melanie auf Fidschi gewesen. Schoen und billig, aber er hatte seinen Fuss entzuendet, nachdem er ihn zusammen mit einem Mueckenstich in einen bitte-die-Fuesse-waschen-Eimer vor einem Restaurant gehalten hatte. Habe keine Fotos gesehen, aber der Fuss soll gross gewesen sein.



Andreas wird noch den ganzen Januar auf der Suedinsel sein, so dass wir uns da wahrscheinlich nochmal treffen werden. Anschliessend waren wir noch beim Fahrradladen, um die gebrochene Schraube meines Gepaecktraeger zu ersetzen. Hatten sie aber nicht da.

Im Auto erzaehlte mit Andreas, dass er eigentlich aus Roedby auf Lolland kommt.



B: Wwwaaaaaass?? Wie bitte? Lolland? Dann kennst Du auch die Fussballplaetze neben dem Schwimmbad, auf denen sie jetzt Haueser gebaut haben?
A: Lallandia, ja. Da habe ich 5 Jahre gearbeitet. Komm vorbei, wir trinken ein Bier im Whirlpool!
B: Weeeeeee! Und, kennst Du auch den kleinen Spar, der sogar Sonntags geoeffnet hat?
A: Da habe ich vorher gearbeitet.

Unglaublich.

Danach haben wir Andreas noch zum Kiwi-Experience-Buero beim Parnell-Rise gefahren und uns dort zusammen bei Subway den Ranzen vollgeschlagen, anschliessend trennten sich unsere Wege.



Marie und ich haben getankt, Zeugs eingekauft und endeten an einem schoenen Strand an der Ostkueste Northlands.





Dann haben wir uns noch zwei Tuetensuppen eingeworfen und sind pennen gegangen.



Die erste Nacht im Auto war super, man kann aus dem Fenster den Sternenhimmel sehen. Und dann stellt man die Musik aus und macht die Augen zu. Whoa, wie toll!

Dienstag, 16. Dezember 2008

Mein erstes Auto

Da Marie wahrscheinlich nicht 3 Wochen lang Fahrrad fahren wollen wuerde und ich auch Bock auf nicht-im-Zelt-pennen hatte, brauchten wir ein Auto. Mieten kostet mit Versicherung ca. 70$ am Tag, so dass wir allein fuer die 3 Wochen mit Marie auf 1500$ kaemen. In Hostels haengen oefter Zettel mit alten Campervans, die zum Verkauf stehen - die gehen aber meistens erst ab 2500$ los.

Kaum beschaeftigte ich mich mit dem Problem, hing jemand einen Zettel ans Brett, er wuerde seinen 1992er Nissan Vanette fuer 1600$ verkaufen. Nun gut. Angerufen, angesehen.



Remi ist ein franzoesischer Energietechnik-Student im Auslandssemester. Er ist freundlich und langweilig.

Das Auto ist eine ziemliche Rostbeule, aber sie faehrt eigentlich ganz ordentlich. Ein 1,5Liter Benziner mit deutlich zu wenig Leistung, nicht funktionerender Klimaanlage, nicht funktionierendem Radio mit CD-Spieler und Heckantrieb (der funktionert aber). Die Abdeckung des linken Ruecklichts ist defekt, weil er damit irgendwo reingerutscht ist. Nach ungefaehr 5 Stundne Fahrt muesste man ab und zu mal anhalten, um den Motor abkuehlen zu lassen. Registrierung laeuft noch bis zum 20. Januar, W.O.F (Warranty of Fitness, TUEV) noch bis Mai 2009. Gut.


(Frontpartie entsprechend den neuen EU-Richtlinien zur Fussgaengersicherheit)

Die Lichtmaschine hat er im November gegen eine von einem Vanette 2,5L getauscht, seit dem leuchtet die Batterie-Leuchte im Armaturenbrett. Funktioniert aber, sagte er. Wir quatschten nett, ich machte eine 20km-Probefahrt. Ich wuerde 1600$ zahlen? Ja. Dann musste er schnell weiter zum naechsten Interessenten. Ein Deutscher, dessen Van ein paar Tage zuvor gestohlen worden war. Keine Ahnung, warum er nicht gleich berkaufen wollte, er wuerde mir per SMS schreiben, wer der Glueckliche ist. Feigling.

Gestern war ich noch bei einem Autohaendler an der Strasse, der mir erklaerte, bei Autohaendlern gaebe es keine Autos in der Preisklasse mehr, weil die immer eine Garantie geben muessten. Und das lohnt bei den alten Beulen nicht. Dann erzaehlte er mir seine Erlebnisse vom Oktoberfest und schenkte mir eine Karte von Wellington. Darin markierte er den Standort von Turner Auctions, einem Autoversteigerer, bei dem ichs auch noch mal versuchen koennte. Weils 20km entfernt lag, im Internet keine guten Angebote waren und sich Versteigerungen ueber zwei bis drei Tage hinziehen, hab ichs dann gelassen.



Der andere wollte nur 1500$ zahlen und war wohl nicht so nett, also haben wir uns heute getroffen und das ganze abgewickelt. Man muss naemlich zur Post(!), um die Registrierung zu aendern. Erst hab ich also zwei Mal 800$ am Automaten abgehoben und mich mit Remi getroffen. Nach der Registrierungsaenderung bin ich noch mit ihm in die Uni gefahren, um mich im Internet zu versichern.



Die Registrierung beinhaltet eine Versicherung fuer Personenschaeden, aber Sachschaeden muss man selbst versichern. Bei der 0800-Nummer gabs aber nur eine patzige Zicke, die mich zurueckrufen wollte. Sicher.



Also unversichert von Wellington nach Auckland. Nach ca. 2km kam der erste Tunnel. Ich schaltete das Licht an und der Motor ging aus. Oh. Licht schnell aus, Motor ging wieder an. Raus aus dem Tunnel, Regen. Scheibenwischer an. Sie schleppten sich langsam sterbend ueber die Frontscheibe, der Motor ging aus. Oh. Scheibenwischer aus, Motor an. Aha. Ich nahm die erste Abfahrt vom Motorway, weil ich eh auch tanken musste. Nach einem Stopp am Kiosk (wo ist die Tanke?) sprang das Auto leider nicht mehr an. Es passierte gar nichts, nichtmal ein Laempchen leuchtete mehr.

Scheisse.

Ich rief Remi an, der sollte mal vorbeikommen. Er macht sich auf den Weg, es wuerde eine halbe Stunde dauern. Ich ging in Richtung Tanke, um ein Starthilfekabel zu holen. Gluecklicherweise traf ich nach 20 Metern Fussweg auf eine Werkstatt. Fuer Europaeische Autos.



Also schnell die gute Laune mobilisiert, einen Mechaniker angequatscht und meine Geschichte erzaehlt. Er gab mir Starthilfe und der Motor lief wieder. Aber das Voltmeter zeigte 7V an der Batterie an, Lichtmaschine laedt also nicht.



Also fuhren wir das Auto in die Werkstatt, er baute den Fahrersitz ab und erzaehlte dabei, dass eine neue Lichtmaschine zwischen 200 und 300 Dollar kostet. Das wuerde Marc der Elektriker machen, fruehestens morgen. Scheisse. Aber ich hab' ja keine Wahl.



Dann sah er die Lichtmaschine, frickelte dran rum und bemerkte, dass nur der Pluspol abgefault war. Wir fuhren zu einer anderen Werkstatt, um eine neue Kabelschelle zu holen.



Er heisst uebrigens Dave und hat frueher im Autoteileverkauf angefangen. Er wusste aber schon immer, dass er eigentlich KFZ-Mechaniker werden wollte und als eine Ausbildungsstelle frei wurde, nuzte er die Gelegenheit.



Dave schraubte das Kabel an, gab nochmal Starthilfe und der Wagen lief wieder. 14V an der Batterie, alles fein. Inzwischen war auch Remi angekommen und machte nutzlose Vorschlaege. Naja, wenigstens hat er die 20$ fuer die Reparatur bezahlt.

Inzwischen war es 15 Uhr und ich mit 80-100 km/h auf dem Weg nach Auckland. Sind 650km, also muesste ich so gegen Mitternacht ankommen.





Da Kiste fuehlt sich zwar an wie ein Spielzeugauto, faehrt sonst aber tadellos. Leider wird sie nicht erst nach fuenf Stunden heiss, sondern deutlich frueher. Der Zeiger geht dann gerne mal auf 80%, was ich vorher noch nie bei einem Auto gesehen habe. GRegor hat mir aber mal von einem seiner Autos mit aehnlichem Problem erzaehlt, bei dem er einfach das Fenster auf- und die Heizung anmachte. Danke, Gregor!

Gegen 8 wurde es dunkel, spaeter kam Regen dazu. Nachts Autofahren gefaellt mir super. Niemand sabbelt, man gleitet durch die Dunkelheit und es rumpelt und klappert. Wie Beruhigend. Haeufiger musste man mal Berge runterbremsen oder Lastwagen ueberholen, aber sonst gab es nicht viel. Um kurz vor eins bin ich in Auckland angekommen. Da Marie noch eine Nacht im Queen-Street-Backpacker-Hostel gebucht hatte, wuerden wir uns dann morgen frueh sehen.





Na Guido, wer bin ich? Ich wette, wir denken an den gleichen :)

Was fuer ein Tag! Hab mein erstes Auto gekauft, bin fuerchterlich auf die Schauze geflogen, habe gleich darauf Riesenglueck gehabt und bin dann auch noch unversichert und unfallfrei nach Auckland gekommen.