Donnerstag, 15. Januar 2009

Abel Tasman, Tag 1

Als Herr Abel Tasman damals mit seinem Schiff anlegte, hat er eine der schoensten Stellen Neuseelands entdeckt. Insgesamt bin ich drei Tage lang von Sueden nach Norden durch den Park gewandert. Am letzten Tag habe ich allerdings - entgegen meinen Ankuendigungen - statt des Kayaks einfach ein Motorboot benutzt, um wieder zurueck zu kommen.

Im ganzen Park gibt es keinen Strom. Und nicht einen einzigen Muelleimer. Somit wird erwartet dass man alles rausbringt, was man reintraegt. Und die Leute tun das auch.



Den ersten Tag bin ich einfach nur gewandert, von Mittags bis Abends. Nach einer Weile gings vorbei an Adele und Fisherman Island, die sind schonmal sehr ansehnlich.



Sowieso geht man ungefaehr einmal pro Stunde an einem perfekten, verlassenen Strand entlang. Manchmal sind auch ein paar Menschen da, aber eigentlich nie mehr als zehn. Leider hatte ich meine kleine Reise recht stramm geplant, und die vom Park angegebenen Wanderzeiten waren ziemlich sportliche Angaben. Also keine Zeit zum Schwimmen.



Abends habe ich in Anchorage geschlafen. Neben mir Jule und Valentine, gegenueber Dominique. Alles Deutsche.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Abel Tasman!

Bin heute in Kaiteriteri angekommen. Eine kleine Sammlug von Hotels und Buch-irgendeine-unvergessliche-Reise-Staenden. Aber der Ort liegt direkt am Wasser und der Strand hat Postkarten-Charakter.



Was aber richtig Spass macht ist, dass die Gezeiten hier richtig Stroemung verursachen. Man springt von der Bruecke (die Teil der Hauptstrasse ist) 4m tief in eine richtig fiese Stroemung, die einen dann mit beaengstigender Geschwindigkeit ins freie Meer zieht. Da kann man aber rechtzeitig noch wegschwimmen.

Gerafft hab' ich bloss nicht, dass bald Ebbe kam, so dass die Wassertiefe (und somit der Abstand der Oberflaeche zu den Felsen unter Wasser) immer weniger wurde. Bis ich mir das linke Knie recht feist aufgeschrabbt hab und jemand hinter mir von "low tide" sprach. Manchmal dauerts eben etwas :)



Habe gerade die naechsten vier Tage geplant: ich wandere, und zwar im Abel-Tasman-Park.

Am ersten Tag gehts von Marahau nach Anchorage, vom 16. zum 17. zelte ich in Awaroa, einen Tag spaeter ganz im Norden bei Mutton Cove. Dann gehts wieder runter innerhalb eines Tages zum Bark Bay. Da wird mich dann am 19. ein 2er-Kayak (und bei meinem Glueck ein adipoeser einarmiger) erwarten, so dass ich am 19. abends in Kaiteriteri ankommen sollte.

Und dann muss ich rausfinden, wie ich zum Auto nach Marahau komme. Kann aber nicht so schwer sein.

Dienstag, 13. Januar 2009

Wieso heisst es eigentlich "Lichtmaschine"?

Naeh! Gerade fahre ich von der Faehre runter, stehen da zwei Anhalter! Da ich noch nicht wusste, wo ich eigentlich hin will, habe ich mich einfach mal von denen mitnehmen lassen. Sie wollten auf eine WOOFing-Farm kurz vor Nelson, der groessten Stadt im Norden der Suedinsel.



Auf dem Weg erzaehlte Mel-aus-Amerika, dass sie ein paar Wochen fuer einen Imker gearbeitet haetten. Der Grund, warum Bienen (aus)sterben ist gar nicht unbekannt, dass wuerden die Medien nur behaupten. In Wirklichkeit koennen die Bauern wieder staerkere Chemikalien zum Spritzen Ihres Gemueses verwenden, weil das Gemuese gentechnisch veraendert wurde und deswegen mit Agent Orange umzugehen weiss. Nur Bienen koennen das nicht, deswegen werden's weniger. Nun gut.

Neben ihr sass ihr Freund aus Chile, den sie im Hostel kennengelernt hat. Er hat in seiner Uni damals versucht, Fussball spielenden Robotern den Unterschied zwischen einem Spielfeld (gruen) und Ball (nicht gruen) mit Hilfe neuronaler Netze beizubringen. "Zum Glueck war ich fertig, bevor es getestet wurde".

Dann ging die Batterie-Lampe im Armaturenbrett aus. Aufmerksame Leser werden sich entsinnen, dass diese Lampe schon immer geleuchtet hat. Eigentlich sollte sie das nicht, aber irgendwie ging es auch so. Eine Veraenderung des Zustands - wenn auch eigentlich in die richtige Richtung - empfand ich somit als wenig wuenschenswert. Da ich auch keinen Sprit mehr hatte, hielt ich an einer winzig kleinen Tankstelle, die allerdings geschlossen war. Bis Nelson sinds noch 17km, sagte die oertliche Feuerwehr, die nach einer Uebung gerade Mannschaftstreffen hatte.

Natuerlich sprang die Kiste nicht mehr an, die Batterie war alle. Scheisse. Ungefaehr 6 Feuerwehrmaenner in Riot-Gear haben uns allerdings angeschoben, so dass ich es noch bis nach Nelson schaffte (nachdem ich Mel und ihren Lover rausgeschmissen hatte). Und so schlief ich dann vor einer Werkstatt.



Am naechsten Morgen sprach ich Geoff an, der gerade unter einem Auto schraubte - er wuerde sich mein Problem am Mittag mal ansehen. Tat er auch, und natuerlich lud die Lichtmaschine nicht mehr. Schraeg, wie dieses Auto Lichtmaschinen verbraucht.



Lichtmaschine heisst im Englischen uebrigens Alternator. Als ich mit Geoff ueber das schraege Wort sprach, kam er darauf, dass ich keine Ahnugn habe: Eine Lichtmaschine ist nicht einfach ein Dynamo (Generators haven't been used in cars since the early 80s, mate!), sondern, naja, irgendwas anderes. Sie laden effizienter, brauchen aber, um zu funktionieren, eine vorhandene Spannung. Wenn die Batterie also ganz leer ist, fangen sie auch gar nicht erst an, zu laden! Genauer erklaert fand ich es dann hier. Nota bene.



Geoff gab mir die Adressen zweier Schrottplaetze, zu denen ich dann mit meinem Fahrrrad fuhr. Auf dem Weg erwischte mich noch ein Polizist ohne Helm (in Queenstown verloren), aber ich versprach ihm, mir gleich einen zu kaufen. Komischerweise reichte ihm das und er gab mir den Tipp, dass es die guenstigsten im Warehouse gibt. Danke!

Der erste Schrotthaendler war'n Spacken und hatte nichts Passendes. Der zweite war auch nicht besonders hell, aber nett. Und er konnte liefern! Fuer 45$ hatte ich eine neue gebrauchte, hah!





Also schnell zum Warehouse, dann zurueck zu Geoff. Bevor er Zeit hatte, das Ding einzubauen, tauschte ich noch schnell mit seinem Werkzeug meine Vorderlampe aus und reparierte den Schaltknauf. Ich wollte das Ding grad selbst einschrauben, da kam er rueber und nahm mir die Arbeit ab. So konnte er nachher 100$ fuer die Arbeit abkassieren.



Ich glaube, das ist nochmal gut gegangen.

P.S: Was braucht man bei der Arbeit zur Sicherheit aufm Kopf?

Montag, 12. Januar 2009

Suedinsel!

Heute morgen bin ich zuerst zum Schwimmbad gefahren, um mal zu duschen. Als ich wieder zum Auto ging, stand dort der Herr, der einem Strafzettel fuers Falschparken an die Scheibe klebt. "Ach, heute verteile ich keine Zettel, guck' Dir mal das Wetter an!"



Irre. Dann erzaehlte er mir aber, dass ich keine registration haette. Und das hatte er mir gerade auf den Reifen geschrieben. Jedenfalls wuerde ich sie nicht - wie vorgeschrieben - in der Windschutzscheibe zeigen. Der Zettel, den ich ausgehaengt hatte, besagte nur, dass das Auto mir gehoert, aber nicht, dass es registriert und versichert waere. Ich sollte mich mal schnellstens drum kuemmern, weil die Polizei das richtig bloed findet.



Und so bin ich einen Monat durch die Nordinsel gefahren :)

Erst bin ich nochmal zu Sergeis Werkstatt "Motordrome" gefahren, weil er ja noch meinen Keilriemen spannen wollte. Er sagte, er wuerde mich in 20 Minuten anrufen, ob er Zeit haette. Yeah, right.

Aufm Postamt habe ich dann nochmal 60$ fuer eine Registrierung bis April bezahlt und bin dann schnell zur Faehre gefahren, die mich um 14Uhr nach Picton auf die Suedinsel bringen wuerde. Das tat sie auch.





Eine Viertelstunde, nachdem die Faehre abgelegt hatte, rief dann auch jemand von Quinn Workforce an, man haette einen Job fuer mich. Na toll. Leider habe ich nicht mehr gefragt, was es denn gewesen waere, wuerde mich schon interessieren.



Die Fahrt nach Picton fuehrt durch eine ziemlich schoene Landschaft mit ganz vielen Bergen, die einfach mal so aus dem Wasser ragen.

Sonntag, 11. Januar 2009

Buecher

Heute habe ich The Terminal Spy zu Ende gelesen. In dem Buch geht es um Alexander Litvinenko, den ex-KGB Mann, der Ende 2006 Tee mit Halbwertszeit getrunken hatte.

Die Geschichte fand ich interessant, aber das Buch geht ziieeeeemlich ins Detail. Auf insgesamt 400 Seiten spricht der Autor ueber die Kindheit des Litvinenko, seine Familie, seine Freunde. Das alles haette man kuerzen muessen. Aber danach wirds ganz interessant, weil erklaert wird, wie das Russland der 90er Jahre (vor Putin) funktioniert hat. Und man erfaehrt, wer oder was Yukon, Abramovich, Gazprom, Aeroflot, Putin, Dmitry Kovtun, Mario Scaramella, Anna Politkovskoya, Andrei Lugovoi und Herr Berezovsky sind. Die haben naemlich alle was miteinander zu tun, hah!

Gregor, ueberfliege doch mal diese Seite. Und das ist die davor.

Naja, jetzt habe ich das Buch gegen einen kleinen Aufpreis in einem Gebrauchtbuchladen gegen Peter Wayden's "Bay of Pigs" eingetauscht. Habe das mit der Schweinebucht naemlich noch nie verstanden.

Samstag, 10. Januar 2009

Cape Palliser und seine Navy Seals

Nach Lake Ferry bin ich bis Cape Palliser weitergefahren. Man merkt, wie die Gegend langsam immer einsamer wird. Kurz vor dem Ziel begegnet einem eine Mischung aus Schrottplatz und Schiffsparkplatz, der echt verlassen aussieht.





Wie wahrscheinlich alle anderen auch bin ich zum Leuchtturm raufgeklettert und habe ein par Fotos geschossen. Ein Fremder hatte auf der Haelfte der Treppe angehalten, weil er Hoehenangst hatte. Seiner Meinung nach waren die grau-braunen Flecke da unten am Strand Robben.





Stimmt. Die lagen da einfach faul in der Sonne und liessen einen bis auf 10m rankommen. Auf den ersten Blick haben die ein durchaus gutes Gemuet - man soll nur nicht in die Naehe kleiner Robben kommen, wenn die Mutter dabei ist...



So; wer mir als Erstes sagt, wieviele Robben auf folgendem Bild zu sehen sind, bekommt eine Postkarte geschickt. Brauche aber 'ne Adresse!

Dann halt keinen Fisch mehr!

Gestern Abend bin ich aus Wellington von meinem Parkplatz gegenueber dem Nationalmueseum weggefahren, weil mich die Stadt genervt hat. Ueberall wars laut, hell, dreckig und windig. Wellington ist angeblich die windigste Stadt der Suedhalbkugel. Ich glaube es.



Bevor ich gefahren bin, habe ich noch schnell die Faehre nach Picton gebucht. Sie legt am Montag um 1415 ab, und somit habe ich einen klaren Schlussstrich fuer die Nordinsel. Irgendwie kaum zu glauben, dass ich erst die Haelfte dieses Landes gesehen habe. Also, ich habe natuerlich weit weniger gesehen, aber ich werde wahrscheinlich "nur" nochmal so viel sehen. Naja, ihr wisst, was ich meine.

Wo war ich stehen geblieben? Wegfahren. Genau, die Kueste im Suedosten habe ich ja noch gar nicht gesehen, dachte ich. Und da gibt es laut der Karte so wenig Strassen, dass es da nachts sehr still sein muss. Da ich erst so gegen 2200 weggelaufen bin, wars schnell dunkel. Als ein Schild mit der Aufschrift "Scenic Viewpoint 100m" aus dem schwarzen Nichts auftauchte, entschloss ich mich, dort zu parken.

Lustig - mal sehen, welches Panorama mich morgen beim P... ueberraschen wuerde. So gegen 5 ging die Sonne auf und ich sah kurz raus: Der Himmel war seeehr schoen, die Landschaft einfach sehr weit und sehr flach. Ein tolles Bild, aber ich war muede. Sogar zu muede zum Photographieren.

Dann fuhr ich weiter nach rechts unten und kam am Lake Ferry vorbei. Das ist eine kleine Bucht an der Suedoestlichen Kueste, an der man wohl gut angeln kann. Ich lasse mal die Videos fuer sich sprechen. Leider noch ohne Ton...





Sie schneiden den Fischen nur die Hauptschlagader durch, anstatt sie gleich auszunehmen. Dann bleiben sie laenger frisch. Hui, das finde ich ganzschoen hart. Ob denen die Fische Leid tun? "Nah, they look great in the frying pan!"





Na gut.

Freitag, 9. Januar 2009

Wellington

Gestern bin ich auf Mount Victoria gefahren. Das ist ein Berg gleich neben Wellington's Innenstadt, so dass man einen ganz guten Ausblick bekommt. Eigentlich ist die Stadt eher um diesen Berg verteilt, wenn man den Flughafen und das ganze andere Geruempel mitzaehlt.



Aufm Aussichtpunkt war ein grosser Stein, auf dem sich alle fotografiert haben. Ich musste warten.





Weil das letzte Mal lange her ist, habe ich mir fast ein halbes Kilo Fleisch gekauft. Rind. Dann habe ich Oel in meine Alu-Schuessel gegossen, das Fleisch gebraten und aufgegessen. Mit'm Bier dazu. Lecker.



Geschlafen habe ich auch beim Aussichtspunkt, bis drei Kinder in ihrem Auto neben mir nachts um zwei Laerm gemacht haben, gegen mein Auto schlugen und fragten, ob ich "zigzag-papers" haette. Wohl zum Zigaretten drehen. "yeah, I do", sagte ich. "We need a couple of those!"





"Well, you're not gonna get'em!" entsprang es mir, nachdem ich den Fragenden durch die Scheibe gemustert hatte. Der fing an zu fluchen und sagte, ich waere homosexuell.

Dann fuhr ich weg.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Bums

Habe heute meinen zweiten Autounfall in Neuseeland gesehen. Zum Glueck war ich wieder einmal unbeteiligt.

Einen Eintrag ist dieses Ereignis wert, weil das Geschehen nach dem Unfall zur Sozialstudie taugt: Der silberne BMW wollte von der mittleren auf die rechte Spur, obwohl da schon ein Gelaendewagen fuhr. Nach diesem scheinbar vollkommen unelastischen Stoss hatte der BMW ein ausgekugeltes rechtes Vorderrad und eine Hasenscharte (merkt man, dass ich meine KFZ-Mechaniker-Lehre abgebrochen habe?); der Landrover hatte, aehm, nichts.



Man fuhr rechts ran, stieg aus und begruesste sich mit Handschlag, waehrend der BMW-Fahrer freundlich "I'm sorry, mate, thats my fault!" sagte. Der andere lachte und sagte irgendwas, was ich nicht verstand. Dann nahm man das Notizbuch, schrieb Sachen auf und machte Scherze.



Der BMW parkte auf meinem Parkplatz. Der Gelaendewagen fuhr weiter.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Hallo, Osttribuehne!

So, jetzt habe ich mir im Internetcafe einen Nightpass gekauft, um die ganze Nacht durchzuschreiben. Fuer 15$ habe ich von 10 Uhr Abends bis 8 Uhr Morgens Zeit, sonst kostet naemlich jede Stunde 4 Dollar. Und ich muss sparen.

Da ich jetzt seit gut sieben Stunden hochlade, Bilder drehe, politbuero neustarten lasse (der kriegst richtig, wenn ich wiederkomme!) und wie bekloppt auf einer speckigen Logitech-Tastatur mit buntem Allerlei unter den Tasten tippe, koennt ihr ruhig auch mal was schreiben. Hab ich mir jedenfalls so gedacht.



Los, wenn ich morgen oder uebermorgen reinsehe, sollt ihr was Feines geschrieben haben. Und zwar zackig!

Ich fahre jetzt mitm Fahrrad zum Parkplatz, fahre mit dem Auto 5 Minuten zum Ozean und schlafe dort. Das wird schoen.

P.S: Dauert es eigentlich lange, bis die Bilder geladen sind? Oder nur beim ersten Laden? Und falls es lange dauert: war das schon immer so?