Naeh! Gerade fahre ich von der Faehre runter, stehen da zwei Anhalter! Da ich noch nicht wusste, wo ich eigentlich hin will, habe ich mich einfach mal von denen mitnehmen lassen. Sie wollten auf eine WOOFing-Farm kurz vor Nelson, der groessten Stadt im Norden der Suedinsel.

Auf dem Weg erzaehlte Mel-aus-Amerika, dass sie ein paar Wochen fuer einen Imker gearbeitet haetten. Der Grund, warum Bienen (aus)sterben ist gar nicht unbekannt, dass wuerden die Medien nur behaupten. In Wirklichkeit koennen die Bauern wieder staerkere Chemikalien zum Spritzen Ihres Gemueses verwenden, weil das Gemuese gentechnisch veraendert wurde und deswegen mit Agent Orange umzugehen weiss. Nur Bienen koennen das nicht, deswegen werden's weniger. Nun gut.
Neben ihr sass ihr Freund aus Chile, den sie im Hostel kennengelernt hat. Er hat in seiner Uni damals versucht, Fussball spielenden Robotern den Unterschied zwischen einem Spielfeld (gruen) und Ball (nicht gruen) mit Hilfe neuronaler Netze beizubringen. "Zum Glueck war ich fertig, bevor es getestet wurde".
Dann ging die Batterie-Lampe im Armaturenbrett aus. Aufmerksame Leser werden sich entsinnen, dass diese Lampe schon immer geleuchtet hat. Eigentlich sollte sie das nicht, aber irgendwie ging es auch so. Eine Veraenderung des Zustands - wenn auch eigentlich in die richtige Richtung - empfand ich somit als wenig wuenschenswert. Da ich auch keinen Sprit mehr hatte, hielt ich an einer winzig kleinen Tankstelle, die allerdings geschlossen war. Bis Nelson sinds noch 17km, sagte die oertliche Feuerwehr, die nach einer Uebung gerade Mannschaftstreffen hatte.
Natuerlich sprang die Kiste nicht mehr an, die Batterie war alle. Scheisse. Ungefaehr 6 Feuerwehrmaenner in Riot-Gear haben uns allerdings angeschoben, so dass ich es noch bis nach Nelson schaffte (nachdem ich Mel und ihren Lover rausgeschmissen hatte). Und so schlief ich dann vor einer Werkstatt.

Am naechsten Morgen sprach ich Geoff an, der gerade unter einem Auto schraubte - er wuerde sich mein Problem am Mittag mal ansehen. Tat er auch, und natuerlich lud die Lichtmaschine nicht mehr. Schraeg, wie dieses Auto Lichtmaschinen verbraucht.

Lichtmaschine heisst im Englischen uebrigens Alternator. Als ich mit Geoff ueber das schraege Wort sprach, kam er darauf, dass ich keine Ahnugn habe: Eine Lichtmaschine ist nicht einfach ein Dynamo (Generators haven't been used in cars since the early 80s, mate!), sondern, naja, irgendwas anderes. Sie laden effizienter, brauchen aber, um zu funktionieren, eine vorhandene Spannung. Wenn die Batterie also ganz leer ist, fangen sie auch gar nicht erst an, zu laden! Genauer erklaert fand ich es dann
hier. Nota bene.

Geoff gab mir die Adressen zweier Schrottplaetze, zu denen ich dann mit meinem Fahrrrad fuhr. Auf dem Weg erwischte mich noch ein Polizist ohne Helm (in Queenstown verloren), aber ich versprach ihm, mir gleich einen zu kaufen. Komischerweise reichte ihm das und er gab mir den Tipp, dass es die guenstigsten im Warehouse gibt. Danke!
Der erste Schrotthaendler war'n Spacken und hatte nichts Passendes. Der zweite war auch nicht besonders hell, aber nett. Und er konnte liefern! Fuer 45$ hatte ich eine neue gebrauchte, hah!


Also schnell zum Warehouse, dann zurueck zu Geoff. Bevor er Zeit hatte, das Ding einzubauen, tauschte ich noch schnell mit seinem Werkzeug meine Vorderlampe aus und reparierte den Schaltknauf. Ich wollte das Ding grad selbst einschrauben, da kam er rueber und nahm mir die Arbeit ab. So konnte er nachher 100$ fuer die Arbeit abkassieren.

Ich glaube, das ist nochmal gut gegangen.
P.S: Was braucht man bei der Arbeit zur Sicherheit aufm Kopf?